Verlegen oder abschaffen? : Debatte über Zukunft des Kölner Großmarkts geht weiter

Großmarkt verlegen oder abschaffen? Es herrscht Ratlosigkeit in der Politik.

Fragt man Verkehrsdezernentin Andrea Blome, die in der Stadtspitze zur Zeit auch für das Thema Wirtschaft zuständig ist, ob Köln weiterhin einen Großmarkt braucht, sagt sie: „Das kann ich nicht beurteilen.“

Den Eindruck von Ratlosigkeit nahm mancher Ratspolitiker nach der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, in der die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung zum Großmarkt erstmals zur Beratung vorlag, mit nach Hause.

CDU und FDP wollten sich bis in den September vertagen. Im schwarz-grünen Bündnis war man sich nicht einig: Die Grünen stimmten mit SPD und Linken für eine Sondersitzung vor der Ratssitzung am 11. Juli.

Es fehlen Informationen

Ob man bis dahin schlauer ist, bleibt offen. Bei den Grünen heißt es, dass man zur Zeit nichts entscheiden könne, es würden zu viele Informationen fehlen. Bei der CDU scheint die Stimmungslage ähnlich. Die SPD würde der Stadtverwaltung folgen. Diese schlägt vor, die Planungen für den Großmarkt-Umzug nach Marsdorf wieder aufzunehmen.

Weil es keine anderen geeigneten Standorte gebe, soll das Areal im Westen der Stadt wieder auf die Tagesordnung. Blomes Dezernat soll nun auch die Frage nach dem Betriebskonzept für einen neuen Großmarkt prüfen.

Manchen Politiker wundert, dass der Auftrag von der Politik überhaupt noch einmal erteilt werden musste, hängt doch von der Antwort vieles ab. Die Politiker wollen verlässliche Zahlen, was denn die Stadt zum Betrieb eines neuen Großmarkts zuschießen muss. Damit verbunden ist die Frage, ob denn auch ein kleinerer Großmarkt helfen könnte, der weniger Zuschüsse braucht.

Diese Alternative wird in der Beschlussvorlage der Verwaltung gar nicht erwähnt. Zuerst solle die Politik über den Standort entscheiden, so Blome. Danach könne man klären, wie der zukünftige Großmarkt denn aussehen solle und was er leisten müsse.

Interessengemeinschaft der Großmarkt-Händler kritisiert Stadt Köln

Die Interessengemeinschaft der Großmarkt-Händler übt heftige Kritik an der Stadt. Noch am Dienstag dieser Woche habe man sich mit Andrea Blome getroffen. Dass man in dieser Woche eine Tischvorlage zur Zukunft des Großmarktes in die politische Beratung einbringt, sei nicht erwähnt worden – „eine Unverschämtheit“, so IG-Sprecher Frank Brugman.

„Köln ist kein Dorf – wie kann man dann auch nur im Entferntesten über die Variante nachdenken, überhaupt keinen Großmarkt mehr zu betreiben? Die Händler wollen, dass auch geprüft wird, ob der Großmarkt in einer abgespeckten Variante – möglicherweise als Genossenschaftsmodell – an seinem heutigen Standort bleiben kann. „Das ist nicht verhandelbar“, sagt Blome. „Die Parkstadt-Süd ist gesetzt.“ Hier soll es zu keinen Verzögerungen kommen.

Die Verträge der Markthändler in Raderberg sollen bis 2023 verlängert werden. Auch wenn dann dort Schluss sein wird, will die Stadt über drei Millionen Euro investieren, damit das alte Großmarktgelände nachhaltig ertüchtigt wird....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta