Nippes: Einbahnstraßen werden für Radfahrer in beide Richtungen geöffnet

Den Anfang machte bei den neuen Freigaben die Yorckstraße.

Auch wenn es ein recht langer Weg bis zu jenem Moment war, nicht frei von Querelen - nun ist es geschafft. Ab sofort haben Radfahrer in Nippes an etlichen Stellen viel kürzere Wege; denn zusätzlich zu den bestehenden Einbahnstraßen, die schon jetzt zweiseitig für sie geöffnet sind, ist - quer durchs Veedel verteilt - ein ganzer Schwung an Straßen hinzu gekommen. Damit holt Nippes etwas auf: Im gesamten Stadtbezirk waren bisher nur 19 Prozent der Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet; durch die nun hinzu gekommenen 21 neuen Abschnitte, die alle im Stadtteil Nippes selbst liegen, springt die Quote auf 25 Prozent. Zum Vergleich: In Köln insgesamt sind laut Stadt schon mehr als 50 Prozent der Einbahnstraßen für Radler offen; es bleibt also noch etwas zu tun.

Den Anfang machte bei den neuen Freigaben die Yorckstraße: An der Kreuzung zur Blücherstraße haben die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs jetzt die ersten der zusätzlichen "Radfahrer frei"-Schilder sowie der Zweirichtungs-Hinweistafeln am Anfang der Einbahnstraße aufgehängt. Ein paar kleine Schritte auf der Leiter für die Männer im orangefarbenen Overall, ein großer Schritt für die radelnde Menschheit im Veedel. Bei Erscheinen dieser Ausgabe müssten alle neuen zweiseitigen Abschnitte fertig beschildert sein.

Zunächst war die Bezirksvertretung skeptisch

"Endlich ist es soweit", resümierte Wolfgang Kissenbeck vom Kölner Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) erleichtert. "Viele Radfahrer haben die Öffnungen schon vorweg genommen." Gerade die Yorckstraße sei eine schöne, ruhige Alternative zur Neusser Straße für in Nord-Süd-Richtung fahrende Radler, findet er.

"In den anderen Bezirken ging es etwas schneller, in Nippes war die Bezirksvertretung zunächst etwas skeptisch", blickte der städtische Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers zurück, der die Einbahnstraßen-Öffnung mit Kissenbeck und dem Nippeser Bezirksbürgermeister Bernd Schößler präsentierte. Denn 2013 entschieden sich die Nippeser Politiker mehrheitlich, der Verwaltung keinen Freibrief für Öffnungen zu geben, sondern über jede Freigabe zunächst noch separat zu beschließen. "Wir waren aber nie gegen Einbahnstraßen-Öffnungen an sich, sondern wollten erstmal genau schauen, wo es sinnvoll ist", gab Schößler den "Schwarzen Peter" zurück. "Das verzögerte sich dann, da die Beschlussvorlagen nicht da waren."

In „geöffneten“ Einbahnstraßen geht es ruhiger vor

Worin sich indes alle einig waren: Der dann gegründete, regelmäßig tagende "Runde Tisch Fahrradverkehr" mit Bezirksvertretern, Radler-Vereinen und dem Team des Radbeauftragten, brachte die Akteure zusammen - und wendete die Dinge zum Besseren. Dort verabredete man die aktuelle Öffnungsliste, die die Bezirksvertretung dann im Paket beschloss. "Er ist sehr produktiv, wir konnten auch Skeptiker überzeugen. Das Rad gehört zu Nippes, viele junge Menschen leben hier und ziehen hin; und wir brauchen Alternativen gegen immer vollere Straßen", so Schößler.

Auch habe die Öffnung von Einbahnstraßen den positiven Nebeneffekt, dass es dort ruhiger zugehe - da alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssten, erläuterte Möllers. Mit dem Anbringen der Schilder sei es aber nicht getan: Von Buslinien über die Lkw-Belastung, die Einsehbarkeit der Straße bis zu vielem mehr reichten die Prüf-Kriterien. Manchmal müsse man auch die Ampelanlage anpassen, wie vor Jahren etwa an der Ecke Simon-Meister-Straße/Kempener Straße. Dort bekamen Radler in Gegenrichtung eine eigene Ampel. "2018 wird unsere Arbeit weitergehen", kündigte Möllers an. "Wir haben diesmal die eher leichteren Fälle abgearbeitet, damit mal in der Menge etwas geschieht."

Freigegebene Straßen

Acht Straßen mit insgesamt 21 einzelnen Einbahnstraßen-Abschnitten hat die Stadt nun für Radfahrer beidseitig freigegeben. Sie liegen alle im Stadtteil Nippes. Die Liste hatte die Bezirksvertretung im Mai beschlossen.

Im Sechzigveedel sind ab sofort Krüthstraße und Knechtstedener Straße (im Abschnitt von Hartwich- bis Krüthstraße) beidseitig befahrbar.

In der Ortsmitte betreffen die Öffnungen Cranachstraße, Gocher Straße (zwischen Simon-Meister- und Kempener Straße) und Mauenheimer Straße (von Merheimer Straße bis Schillplatz).

Im Nippeser Osten herrscht freie Fahrt auf der Gartenstraße (Abschnitt von Nelken- bis Wilhelmstraße) sowie, jeweils in ganzer Länge, auf Yorckstraße und Nordstraße.

Einzig die ebenfalls im Mai beschlossene Öffnung der Xantener Straße auf Riehler Gebiet, zwischen Amsterdamer Straße und Riehler Gürtel, stellte die Verwaltung zurück. Hier wird die Ampelanlage noch einmal auf den Fahrradverkehr abgestimmt. (bes)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta