Verkehr: Bei der Anbindung muss mehr ins Rollen kommen

Neue Zugstrecken für Pendler sind nur ein Teil der Lösung, meint Lorenz Vossen.

Ein Häuschen in Brandenburg, irgendwo im Grünen, schön ruhig, aber immer noch nah genug am vollgestopften Berlin mit seiner schlechten Luft, wo man nun mal leider seinen Arbeitsplatz hat. Für viele Städter ist das das perfekte Szenario. Doch die vermeintliche Erholung, die außerhalb der Metropole wartet, läuft Gefahr, im alltäglichen Pendler-Wahnsinn verloren zu gehen. Regionalzüge und S-Bahnen, in denen man nur noch einen Stehplatz kriegt – wenn sie denn fahren. Pünktlich sind sie sowieso nicht. Die Straßen? Voll. Stau. Warum ist man nicht in Berlin geblieben?

Es ist also längst überfällig, dass Berlin und Brandenburg die verkehrliche Situation für die fast 300.000 Berufspendler am Tag endlich verbessern. Und dabei nicht mehr ihr eigenes Süppchen kochen, sondern sich zusammentun. Aus Berliner Sicht ist das konsequent, denn wenn man, wie es das große Ziel von Rot-Rot-Grün ist, die Leute aus dem Auto in die Züge bekommen will, dann muss man das Angebot verbessern. Die sieben geplanten Projekte übersteigen am Ende sogar das, was im Koalitionsvertrag steht. So viel Ambition darf gelobt werden. Darüber hinaus haben Berlin und Brandenburg die großartige Chance, zu beweisen, dass sie ein Infrastruktur-Großprojekt nicht in den märkischen Sand setzen. Doch damit ist es nicht getan. Verlängerung und Reaktivierung von Zugstrecken sind nur ein Mittel. Auch in Zukunft werden Pendler bis zur Stadtgrenze fahren, dort in die S-Bahn umsteigen und die Vororte zuparken. Berlin und Brandenburg b...

Lesen Sie hier weiter!