Verhandlungen über neues Meeresschutzgebiet vor Antarktis gescheitert

Die internationalen Verhandlungen zur Einrichtung eines neuen Meeresschutzgebiets vor der Küste der Antarktis sind vorerst gescheitert

Die internationalen Verhandlungen zur Einrichtung eines neuen Meeresschutzgebiets vor der Küste der Antarktis sind vorerst gescheitert. Die 24 Teilnehmerstaaten einer Konferenz im australischen Hobart konnten sich zum Abschluss ihrer Beratungen am Samstag nicht auf die Ausweisung eines zweiten rund eine Million Quadratkilometer großen maritimen Schutzgebiets vor der Ostküste der Antarktis einigen.

Der Widerstand gegen den von Australien und Frankreich vorgelegten Plan sei vor allem aus Russland und China gekommen, sagten Teilnehmer der Nachrichtenagentur AFP. Diese beiden Länder hätten Bedenken wegen der Kontrollmechanismen für das Schutzgebiet und wegen der Auswirkungen auf Fischereirechte angeführt. In den Gewässern vor der Antarktis leben unter anderem Wale, Seehunde und Pinguine.

In Hobart waren die Vertragsstaaten der Kommission für den Erhalt der antarktischen Meeresressourcen - abgekürzt CCAMLR - zu ihrem Jahrestreffen zusammengekommen. Im vergangenen Jahr hatten sie sich auf die Einrichtung eines riesigen Meeresschutzgebiets in der antarktischen Ross-See geeinigt. Dessen Gebiet ist so groß wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Diese Vereinbarung soll am 1. Dezember in Kraft treten.

Beschlüsse der CCAMLR können nur einstimmig gefasst werden. Australiens Delegationschefin Gillian Slocum bezeichnete das Scheitern beim zweiten geplanten Schutzgebiet als "traurig". Die Umweltschutzorganisation Greenpeace rief die Vertragsstaaten zu "größerer Weitsicht und mehr Ehrgeiz" auf.