Verhaltenskodex von Condé Nast: So reagiert die Modewelt auf die aktuellen Bewegungen

Condé-Nast-Geschäftsführer Jonathan Newhouse und US-„Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour erwarten von ihren Mitarbeitern vorzeigbares Benehmen. (Bild: Getty Images)

Nach Hollywood will nun auch die Modebranche gegen Fehlverhalten und Missbrauch vorgehen. Im Zuge der „MeToo“- und „Time’s Up“-Bewegungen hat der Zeitschriftenverlag „Condé Nast“ nun einen offiziellen Verhaltenskodex für Mitarbeiter, Partner und Dienstleister veröffentlicht.

Das internationale Unternehmen „Condé Nast“, das unterem die Magazine Vogue, Glamour und GQ verantwortet, möchte sich nun ganz offiziell von Sexismus und Missbrauch distanzieren – und zwar mit neuen Richtlinien für die tägliche Medienarbeit. „Wir sind dazu verpflichtet, mitzuhelfen, Lösungen für das Problem der sexuellen Belästigung in unserer Branche zu finden“, erklärte Jonathan Newhouse, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von „Condé Nast International“. „Jeder, der sich an diese Verhaltensregeln hält, sichert ein geschütztes und respektvolles Arbeitsumfeld im kreativen Prozess.“

Das sind die drei wichtigen Punkte der neuen Umgangsregeln am Arbeitsplatz, die unter anderem in der „Vogue“ nachzulesen sind:

• Alle beauftragten Models müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Sind Ausnahmen notwendig, etwa, weil Kinder für ein Feature unerlässlich sind, müssen sie von einer von der Agentur gestellten Aufsichtsperson begleitet werden.

• Jede Aufnahme, die Nacktheit, durchsichtige Kleidung, Unterwäsche, Bademode, Tiere, simulierten Drogen- oder Alkoholmissbrauch oder sexuell behaftete Posen beinhaltet, muss vorher von der betreffenden Person schriftlich freigegeben werden. Keine der beteiligten Personen eines Shootings darf unter Einfluss von Alkohol oder illegalen Drogen stehen.

• An jedem Set muss eine Möglichkeit zum privaten Umkleiden vorhanden sein. Zu keinem Zeitpunkt sollten Models während der Aufnahmen mit einem Fotografen, Make-up-Artisten, Stylisten oder anderen Beteiligten einer Produktion alleine gelassen werden.

Der neue Verhaltenskodex ist auch bereits Thema bei Twitter, die ersten Reaktionen zu den neuen Richtlinien fallen dabei positiv aus. Diese Nutzerin wiederholte einige der neuen Regeln des Verlags – und spendete Applaus:


Und die britische Fashion-Expertin Fiona Armstrong-Gibbs schrieb in Bezug auf die „Time’s Up“-Bewegung: „Wenn die Modeindustrie anfängt, bei sich aufzuräumen, dann weißt du, #TimesUp“.


Erst Anfang Januar hatte das Modemagazin „Vogue“ die Zusammenarbeit mit den Star-Fotografen Mario Testino und Bruce Weber gekündigt. Etliche männliche Models hatten den zwei Männern sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die Fotografen stritten die Vorwürfe ab. Nur wenige Monate zuvor hatte die „Vogue“ bereits Terry Richardson boykottiert. Zahlreiche Models hatten verlautbart, dass der Star-Fotograf sie am Set sexuell belästigt habe.

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