Wie verhalte ich mich nach einem Schnelltest richtig?

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Kein Freifahrtsschein: Auch bei einem negativen Schnelltestergebnis sollten alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.
Kein Freifahrtsschein: Auch bei einem negativen Schnelltestergebnis sollten alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Welche Freiheiten habe ich, wenn der Schnelltest negativ ausfällt? Und wie gehe ich mit einem positiven Ergebnis um? Die Amtsärzte-Verbandschefin sieht hier großen Aufklärungbedarf.

Berlin (dpa) - Das Verhalten mancher Menschen nach einem Corona-Schnelltest birgt nach Erfahrung einer Expertin Risiken. «Wir wenden jetzt massenhaft diese Schnelltests an, aber die Menschen sind nicht über die Konsequenzen und das richtige Verhalten aufgeklärt. Da verbreitet sich das Virus und wir sehen gar nicht mehr, wie», sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert.

Sie sehe eine Gefährdung. «Mit dem Thema Testungen müssen wir uns noch mal sehr kritisch auseinandersetzen.» Teichert berichtete von falschen Schlüssen, die Menschen nach positiven wie negativen Testergebnissen zögen. «Ich habe mehrfach erlebt, dass Menschen positive Ergebnisse bekommen und dann extrem verunsichert sind.

Statt sich zu isolieren, besorgen sie sich erst einmal weitere Tests, weil sie dem ersten Ergebnis misstrauen.» Dabei könnten sie das Virus weiter verbreiten. Die empfohlenen Handlungsanweisungen müssten bekannter werden: Es sei teils nicht bekannt, «dass jeder, der positiv getestet ist, erst einmal als potenziell infektiös gilt - bis zum Beweis des Gegenteils».

Ebenso habe sie erlebt, dass Kontaktpersonen von Infizierten einen Schnelltest machten und nach einem negativen Ergebnis glaubten, nichts weiter unternehmen zu müssen, schilderte die Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen. «Da laufen uns viele Infizierte unter dem Radar weg», sagte Teichert. Im Fall eines negativen Tests müsse man grundsätzlich bedenken, dass das Ergebnis «nur für einige Stunden gültig ist».

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte wiederholt erklärt, dass man sich nach einem negativen Testergebnis nicht in falscher Sicherheit wiegen und auf Schutzmaßnahmen verzichten dürfe. Es sei durchaus möglich, dass ein Infizierter am Tag nach einem negativen Antigentest-Ergebnis ein positives Ergebnis bekomme, hieß es in einer RKI-Publikation von Ende Februar über Selbsttests. Bei einem positiven Ergebnis seien «häusliche Absonderung» und eine telefonische Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt oder einem geeigneten Testzentrum geboten, um einen PCR-Test zum Abklären des Corona-Verdachts in die Wege zu leiten.