Verhärtete Fronten im Metall-Tarifstreit vor Beginn der Warnstreiks am Montag

Verhärtete Fronten im Metall-Tarifstreit vor den ersten Warnstreiks: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall übt scharfe Kritik an der IG Metall und hält deren Tarifforderungen für rechtswidrig. Für Montag sind in acht Bundesländern Warnstreiks geplant

Verhärtete Fronten im Metall-Tarifstreit vor Beginn der Warnstreiks: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall übte am Wochenende scharfe Kritik an der IG Metall und hält deren Tarifforderungen für rechtswidrig. Die Gewerkschaft will ab Montag mit Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Arbeitsniederlegungen sind zunächst in acht Bundesländern geplant, im Laufe der Woche sollen weitere Länder hinzukommen.

Die IG Metall fordert neben sechs Prozent mehr Lohn vor allem die Möglichkeit einer befristeten Arbeitszeitverkürzung auf 28 Stunden wöchentlich. Die Arbeitgeber lehnen das vehement ab. Die ersten Streiks finden nun noch vor dem Beginn der dritten Verhandlungsrunde statt. Möglich werden sie, weil Ende vergangenen Jahres die Friedenspflicht in der Branche mit ihren etwa 3,9 Millionen Beschäftigten ausgelaufen war.

"Wir haben kein Verständnis für die Warnstreiks", sagte der Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall, Oliver Zander, der "Passauer Neue Presse" vom Samstag. Die Arbeitgeber hätten der IG Metall bereits im Dezember ein Angebot gemacht, das den Beschäftigten ein Reallohnplus sichere. Auch könne über eine Flexibilisierung der Arbeitszeit geredet werden, "aber nicht einseitig nach unten", sagte Zander. "Wer sich bislang nicht bewegt hat, ist die IG Metall", so sein Vorwurf.

Nach Ansicht des Arbeitgeberverbandes ist der von den Gewerkschaftern geforderte Lohnausgleich bei Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden illegal. Die Umsetzung der IG-Metall-Forderungen würde laut Zander bedeuten, dass die Beschäftigten, die unter diesen Bedingungen in Teilzeit wechselten, pro Stunde mehr verdienten als die Beschäftigten, die sich schon vorher beziehungsweise dauerhaft für Teilzeitmodelle entschieden hätten und auch mehr als diejenigen, die in Vollzeit weiterarbeiteten, kritisierte er.