Dieses Verhältnis ist wohl nicht mehr zu kitten

Lionel Messi und die Anhänger von Paris Saint Germain, das wird wohl nichts mehr. Das Tischtusch zwischen beiden Lagern scheint endgültig zerschnitten. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Ligue 1)

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, als tausende von Fans des amtierenden französischen Meisters den Weltstar bei seiner Unterschrift im August 2021 empfingen. Damals herrschte noch rund um den argentinischen Nationalspieler eine grenzenlose Euphorie in der französischen Hauptstadt.

Das bittere Aus im Achtelfinale der Champions League am 9. März bei Real Madrid (1:3) sorgte dann für einen Bruch zwischen Messi und den PSG-Fans. Ein Bruch, der wohl nicht mehr zu kitten ist.

Beim darauffolgenden Spiel im heimischen Prinzenpark gegen Girondins Bordeaux (3:0) wurde Messi wie noch nie in seiner Laufbahn ausgepfiffen: Von der ersten bis zur letzten Minute buhten die Zuschauer ihren eigenen Spieler aus - und als der Stadionsprecher seinen Namen erwähnte, wurde es ohrenbetäubend laut. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Ligue 1)

PSG-Fan erklärt Messi-Pfiffe

Bis heute hat Messi den Pariser Anhängern diese Unmutsäußerungen nicht verzeihen können.

„Auf den ersten Blick kann man sicherlich Messis Position nachvollziehen“, urteilt Frank, seit 1989 im „Kop Auteuil“ im Prinzenpark Besitzer einer Dauerkarte. „Aber er hat es leider nicht verstanden, um was es genau ging: Wir haben nicht den Fußballer Messi an sich auseinander nehmen wollen, sondern eher das Symbol, das er in diesem Verein repräsentiert.“

Der PSG-Fan weiter: „Wir wollten dabei den Bossen einfach nur zeigen, dass wir mit dieser Vereinspolitik alles andere als zufrieden sind und dass wir uns gegen reine klangvolle Namen wehren, weil sie alle zusammen einfach nicht funktionieren. Wir bräuchten mehr Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren und die stolz sind unser Trikot zu tragen. Leo hat uns völlig falsch verstanden.“

Nach jedem Schlusspfiff läuft Messi seit diesem Vorfall direkt Richtung Kabine. Dass er sich mal bei den PSG-Anhängern für ihre Unterstützung zusammen mit seinen Kollegen mal bedankt? Fehlanzeige.

Auch nicht nach großartigen Leistungen, wie zuletzt gegen Maccabi Haifa (7:2) in der Gruppenphase der Königsklasse, als er übers ganze Stadion minutenlang frenetisch gefeiert wurde, nachdem er zwei Treffer erzielt und zwei Tore direkt vorbereitet hatte.

„Schockierend, dass Messi über allem stehen muss“

Im Gegenteil: Messi blieb bei seinen Mitspielern im Mittelkreis, bevor er den Rasen verließ und in den Katakomben verschwand. „Das ist wirklich schade“, findet Ex-PSG-Spieler Jérôme Rothen gegenüber SPORT1.

„Ich finde irgendwie schockierend, dass Messi über allem stehen muss. Der Trainer, die Mitspieler, die Fans, alle müssen offenbar nach seiner Pfeife tanzen. Klar freuen wir uns wahnsinnig, dass er in dieser Saison die Erwartungen erfüllt, aber sein Verhalten ist grenzwertig. Es sind auch die Fans, die dafür sorgen, dass er dermaßen gut verdient.“ (DATEN: Die Tabelle der Ligue 1)

Wie geht es nun mit Messi weiter? Nach Informationen von The Athletic soll der Superstar vor einem Wechsel zu Inter Miami im kommenden Sommer stehen.

Acht Monate vor Vertragsende plant aber auch PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi mit Messi zu verlängern. Derzeit verdient der Argentinier 41 Millionen Euro brutto pro Saison. Trotz seiner 35 Jahren soll er bei einem neuen Deal auf knapp 50 Millionen Euro brutto jährlich kommen.

Was die PSG-Fans wohl darüber denken?