Vergleich mit Bonucci: So schneidet Höwedes ab

Auf Augenhöhe: Leonardo Bonucci und Benedikt Höwedes

Weiß und Schwarz statt Königsblau: Als Benedikt Höwedes im eleganten weißen Hemd aus der Limousine stieg, ertönte lauter Jubel. Die Fans von Juventus Turin riefen seinen Namen, Höwedes schrieb fleißig Autogramme und posierte geduldig für Selfies - der Ärger auf Schalke schien in diesem Moment ganz weit weg.


Der in Gelsenkirchen nach sechs Jahren als Kapitän abgesetzte und sportlich infrage gestellte Höwedes will beim Klub von Sami Khedira einen neuen Anlauf wagen. Vollzug konnte am Mittwochmittag noch nicht vermeldet werden, zunächst dürfte Höwedes aber wohl auf Leihbasis nach Turin wechseln.

Der italienische Rekordmeister soll sich aber eine Kaufoption sichern. Die Erwartungen in Italien sind hoch: Höwedes soll die Lücke füllen, die der zum AC Mailand abgewanderten Abwehrchef Leonardo Bonucci hinterlassen hat.


Höwedes hat bei Zweikämpfen die Nase vorn

Auf dem Papier hat der Ex-Schalker sogar leichte Vorteile gegenüber der italienischen Abwehrkante. Mit 62 Prozent gewonnener Zweikämpfe sticht der angehende Turiner seinen Vorgänger sogar deutlich aus. Interessant dürfte zu beobachten sein, wie die Abstimmung mit seinen Nebenleuten in Turin klappt. 

Auch in Sachen Antizipation hat Höwedes gegenüber seinem Vorgänger Vorteile. In der Bundesliga fing nur Thiago Alcantara mehr Pässe ab (125) als der Ex-Schalker (119).


Fest steht: rein finanziell ist der Deal für Juventus ein Erfolg. Mit einem Gewinn von mindestens 20 Millionen Euro können die Transfers von Bonucci (42 Millionen Euro) und Höwedes (max. 20 Millionen Euro) gegeneinander aufgerechnet werden. Sportlich bewegen sich beide auf einem Niveau.

Neben der sportlichen Komponente hatte Bonucci, ähnlich wie Höwedes auf Schalke, auch mannschaftshierarchisch eine große Bedeutung. Diese Lücke dürfte für Höwedes nicht zuletzt aus sprachlichen Gründen ungleich schwieriger zu füllen sein.