Vergiss Bitcoin! Gold bleibt der sichere Hafen

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Bitcoin aus Gold
Bitcoin aus Gold

Seitdem es Bitcoin gibt, scheint Gold nicht mehr die Vorherrschaft in Sachen „sicherer Hafen“ zu haben. Nicht selten hört oder liest man, dass die virtuelle Kryptowährung Bitcoin das moderne Gold sei. Der Wert von Bitcoin ist in der Vergangenheit extrem gestiegen und soll es auch weiterhin tun.

Um ehrlich zu sein, bin ich kein großer Fan von Bitcoin. Die Kryptowährung ist für mich nicht greifbar. Gold ist seit jeher ein sicherer, wertbeständiger Hafen. Gerade in Krisenzeiten steigt der Wert von Gold immer, da Anleger ihr Geld in Sicherheit wissen möchten. Besitzt man ein mit Gold diversifiziertes Portfolio, so kann man beispielsweise seine Aktien während einer Krise mit einem wesentlich besseren Gewissen halten, da Gold die Buchverluste zumindest teilweise kompensieren kann.

Kürzlich sind die Aktienkurse deutlich angestiegen, während der Goldkurs eine Art Mini-Crash erlitten hat. Es könnte sich daher lohnen, sich Gold jetzt genauer anzusehen.

Das ist passiert

Das deutsche Biotechnologie-Unternehmen BioNTech hat bekannt gegeben, dass man zusammen mit US-Partner Pfizer einen Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus vorweisen kann, der eine Wirksamkeit von über 90 % gegen COVID-19 aufweist. Marktteilnehmer haben diese Nachricht mit großer Erleichterung aufgenommen und prompt reagiert. Die Aktienkurse von vielen Unternehmen – insbesondere von Corona-Verlierern – sind in die Höhe geschnallt. Der DAX lag am Tag der frohen Botschaft deutlich im Plus.

Simultan ist der Goldpreis ziemlich heftig abgesackt. Kursbewegungen im mittleren einstelligen Bereich sind für das Edelmetall ziemlich ungewöhnlich. Ganz offensichtlich ist die Börse der Meinung, dass der Weg zurück zur Normalität nun geebnet ist. Daher wird Geld aus dem sicheren Hafen Gold rausgenommen und in risikoreichere Anlagen wie Aktien umgeschichtet.

Vergiss Bitcoin: Für mich ist Gold die richtige Wahl

Für langfristig denkende Privatanleger, die ihre Investitionen nicht von Tagesereignissen an der Börse abhängig machen, ergibt sich somit eine Chance. Man kann natürlich nicht mit Gewissheit sagen, wie die Aktienkurse sich ab jetzt verhalten werden. Denkbar ist jedoch, dass bei anhaltendem positiven Newsflow Aktien im Wert weiter steigen und Gold weiter fallen wird. Dementsprechend könnte man sich überlegen, bei dem Gold-Dip etwas Edelmetall in sein Portfolio zu legen. Vor allem, weil Gold meiner Meinung nach klare Vorteile gegenüber Bitcoin hat.

Besitzt man physisches Gold, ist man vollkommen unabhängig. Jeder auf der Welt kennt Gold und weiß um den Wert. Um mit Gold zu bezahlen, benötigt man keine digitale Infrastruktur, keinen Strom. Man ist schlichtweg auf der sicheren Seite. Bitcoin ist eine neue Art von Währung, deren langfristige Werthaltigkeit erst bewiesen werden muss.

Foolishes Fazit

Als Privatanleger kann es daher nicht schaden, nach Möglichkeit circa 5 bis 10 % des gesamten Portfolios in Gold zu halten. Der goldene Notgroschen dient gut als Sicherheit in schwierigen Zeiten. Betrachtet man es langfristig genug, kann man mit Gold theoretisch sogar eine Rendite erwirtschaften.

Natürlich ist diese Rendite nicht mit der Rendite bei der Aktienanlage vergleichbar, aber immerhin liegt das Edelmetall nicht nur irgendwo in der Ecke (in der Ecke ist es vermutlich auch nicht so gut aufgehoben). Während Gold für die Sicherheit im Depot sorgt, kann man in Einzelaktien investieren und seine Renditechancen somit deutlich verbessern. Vor allem wenn man versucht, in brandaktuelle und zukunftsweisende Trends zu investieren.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien oder Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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