Vergiss BioNTech! Auf diese Aktie würde ich jetzt eher setzen

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

BioNTech (WKN: A2PSR2) hat über die letzten 12 Monate viele Investoren reich gemacht. Schon im Frühjahr ging die Rally los, als sich andeutete, dass BioNTech einen aussichtsreichen Impfstoffkandidaten entwickelt hat. Seitdem wurden mehrere Hundert Millionen Impfdosen bestellt, was BioNTech in den kommenden Monaten gute Umsätze garantiert.

Das alles garantiert aber noch lange keinen nachhaltigen finanziellen Erfolg. Wie profitabel BioNTech in Zukunft sein wird, ist noch lange nicht absehbar. Sicher hat das Unternehmen noch eine ganze Reihe aussichtsreicher Medikamente in der Pipeline, die viel Geld einbringen könnten … oder aber auch nicht.

Mich begeistert ein anderes Unternehmen, das ebenfalls durch die Pandemie und deren Auswirkungen erst so richtig erfolgreich geworden ist, sehr viel mehr. Die Rede ist von HelloFresh (WKN: A16140).

HelloFresh ist im vergangenen Jahr extrem gewachsen. Die Kundenzahlen und die Zahl der Bestellungen je Kunde sind so stark gestiegen, dass zeitweise keine neuen Kunden mehr akzeptiert wurden. Die Kapazität hätte einfach nicht ausgereicht, um die Nachfrage zu bedienen. Das hat der Profitabilität massiv auf die Sprünge geholfen. Wie sehr, werden wir bald erfahren.

HelloFresh ist plötzlich hochprofitabel

In wenigen Wochen werden die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Und das Geschäftsjahr hatte es in sich. Der Umsatz wird sich mehr als verdoppelt haben. Und voraussichtlich zum ersten Mal hat HelloFresh ein Geschäftsjahr mit einem Gewinn abgeschlossen.

Dank der hervorragenden Performance sitzt HelloFresh nun auf einem großen Geldberg, der sich langsam der Milliardengrenze nähert. Vor wenigen Wochen hat HelloFresh einen kleinen Teil des Geldes verwendet, um das Geschäft in den USA durch einen Zukauf zu stärken. Das dafür aufgewendete Kapital wird aber schon in wenigen Monaten wieder eingespielt sein, sodass der Geldberg nur kurzfristig schrumpft. Dieses Luxusproblem ist damit also noch nicht aus der Welt geschafft. Zwar kann das Management eine Entscheidung über die Verwendung natürlich eine Weile vor sich her schieben. Früher oder später werden die Aktionäre aber eine Strategie verlangen, wie das Geld sinnvoll verwendet werden kann.

In naher Zukunft sind daher zwei Szenarien wahrscheinlich: Entweder findet HelloFresh im kommenden Jahr das eine oder andere Unternehmen, das die eigenen Aktivitäten sinnvoll ergänzen kann, und kauft weiter zu. Oder aber ein Teil des Geldes wird über den Rückkauf eigener Aktien oder als Dividende an die Aktionäre verteilt.

Das Wachstum geht weiter

Denn im kommenden Jahr rechnet das Unternehmen nicht damit, dass das Geschäft wieder auf das Vorkrisenniveau schrumpfen wird. Ganz im Gegenteil!

Im gerade begonnenen Jahr soll es mit voller Kraft weiter vorausgehen. Die Prognose könnte fast eine Kopie der ursprünglichen Prognose für das letzte Jahr sein. Das Umsatzwachstum soll, wie im Vorjahr auch in Aussicht gestellt wurde, zwischen 20 und 25 % liegen. Nur die Marge wird deutlich höher liegen. Zwischen 9 und 12 % sollen es werden.

Auch wenn die Aktie mit einer Verdreifachung im letzten Jahr schon nicht mehr ganz günstig ist, gibt es aus meiner Sicht noch jede Menge Potenzial. Denn aktuell deutet alles darauf hin, dass HelloFresh auch in Zukunft weiter stark wachsen wird. Und mit dem Wachstum kommen steigende Gewinne, die den Aktienkurs in die Höhe treiben. Und vielleicht kommt ja schon bald auch noch eine Dividende dazu.

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Dennis Zeipert besitzt HelloFresh-Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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