Vergiss AMC: Roku, Netflix oder Disney sind besser

Rick Munarriz, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Die ganze Meme-Aktien-Sache war lustig, aber AMC Entertainment Holdings (WKN: A1W90H) erweist sich dann doch als ziemlich unterdurchschnittliche Aktie. Denn die steht jetzt 73 % unter dem Höchststand von vor drei Wochen.

Die Probleme der Kinobranche sind schlicht riesig. Die Einnahmen an den Kinokassen in diesem Land sind im Januar um 93 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die große Mehrheit der AMC-Kinos hat wieder geöffnet, aber die Zuschauer sind nirgends zu finden. Der größte Kinostart der letzten sechs Monate wurde von weniger als 2 % der Menschen in den USA gesehen. Der zweitwichtigste Film wurde von 0,5 % der Amerikaner gesehen.

Es ist wahr, dass sich die Kinos in manchen internationalen Märkten, die bei der Bekämpfung der Pandemie die Nase vorn haben, erfolgreicher erholt haben. Aber das Publikum ist schon weiter und hat sich mit Entertainment-Lösungen für zu Hause eingedeckt. Dank Streaming kommen die besten Serien und Filme nach Hause. Betreibern wie AMC dürfte es auch nach den Impfungen nicht besser werden. Schauen wir mal, warum Roku (WKN: A2DW4X), Netflix (WKN: 552484) und Walt Disney (WKN: 855686) bessere Wetten fürs Portfolio sind.

Roku

Wir verbringen viel Zeit mit Streaming zu Hause und ein großer Teil davon wird über Roku abgewickelt. Das kostenlose Betriebssystem findet sich in einer wachsenden Anzahl von eigenständigen Smart-TVs oder ist über günstiges Zubehör erhältlich. Wir werden ein klareres Bild von Roku bekommen, wenn das Unternehmen demnächst seinen Bericht vorlegt. Doch im Moment wissen wir, dass Roku eine sehr beliebte Plattform ist: 46 Millionen aktive Konten Ende September, die im Durchschnitt 3,5 Stunden pro Tag ansehen.

Mehr Menschen haben Wonder Woman 1984 über HBO Max auf dem Roku gestreamt als in den Kinos gesehen. Die Zuschauerzahlen von Roku sind im letzten Jahr um 42 % gestiegen und der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer steigt weiter. Roku macht es so einfach, starke Filme zu Hause zu sehen. Deswegen macht AMC harte Zeiten durch.

Netflix

Der führende Streaming-Dienst ist omnipräsent. Er startete 2021 mit 203,7 Millionen zahlenden Streaming-Abonnenten weltweit, und bei diesem skalierbaren Geschäftsmodell ist Größe alles. Netflix schiebt die fünfte Steigerung seit Anfang 2014 vor sich her und niemand verlässt den Dienst, weil niemand so viel Geld in weitere TV-Serien und Filme steckt.

Vor einigen Jahren war es ein Novum, wenn Netflix für einen Golden Globe, Emmy oder Oscar nominiert wurde. Jetzt ist Netflix bei den Auszeichnungen führend. Ein Filmemacher, der einst danach strebte, ein Projekt auf die große Leinwand zu bringen, sieht jetzt, dass Netflix das viel größere Publikum bietet. Netflix ordnet die Branche neu – Kinos haben das Nachsehen.

Disney

Manchmal wird ein Verbündeter zum Feind. Disney war 2019 der Top-Lieferant von AMC als das Studio hinter den sechs umsatzstärksten Filmen des Landes. Jetzt verschiebt Disney entweder Veröffentlichungen oder bringt Filme direkt auf Disney+.

Disney konnte sein Vertriebsmodell mit der digitalen Direktlieferung an den Verbraucher neu aufstellen. Disney+ und Hulu machen inzwischen mehr als ein Viertel des Umsatzes des Mediengiganten aus. Sie tragen dazu bei, dass Kinos leiden. Die Studios wollen mehr Kontrolle über ihr Publikum und Disney macht es kleineren Medienunternehmen vor.

Für Disney läuft es, auch wenn Disney+ selbst voraussichtlich erst in drei Jahren profitabel sein wird. Die Investoren wissen Bescheid. Im Moment sieht es nicht so aus, als würde AMC noch eine Hauptrolle spielen können.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix, Roku und Walt Disney. Rick Munarriz besitzt Aktien von Netflix, Roku und Walt Disney. Dieser Artikel erschien am 16.2.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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