Rätselraten um Gift-Anschlag auf Ex-Spion aus Russland

In Großbritannien herrscht Rätselraten über die Hintergründe der Erkrankung des ehemaligen Geheimdienstlers, der mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus behandelt wird. Der 66-Jährige war einst Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes, wurde in seinem Heimatland als britischer Spion verurteilt und später im Rahmen eines Austausches freigelassen.

Die Polizei bestätigte, dass Terrorismusbekämpfungseinheiten die Ermittlungen übernommen haben. Diese verfügten über die entsprechenden Fachleute und seien aufgrund der ungewöhnlichen Umstände zuständig, so Kier Pritchard, der amtierende Polizeipräsident der Grafschaft Wiltshire. „Es ist wichtig erneut zu betonen, dass diese Sache bisher aber nicht als terroristischer Vorfall eingestuft wurde“, unterstrich er.

Der britische Außenminister Boris Johnson sagte, für den Verdacht, dass Russland in den Fall verwickelt sei, gebe es derzeit keinen Beleg. „Es wäre falsch, die Ermittlungen vorschnell zu beurteilen. Ich versichere dem Parlament: Sollte es Beweise geben, die auf staatliche Verantwortung hindeuten, wird die Regierung angemessen und mit harter Hand reagieren“, so Johnson.

Der 66-jährige Russe und seine Tochter wurden am Sonntag bewusstlos auf einer Bank in der Nähe eines Einkaufszentrums in der Stadt Salisbury aufgefunden. Beide liegen auf der Intensivstation. Noch ist unklar, welchem Stoff sie ausgesetzt waren. Die Behörden betonten, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.