Verfeuert Russland sein Gas lieber, statt es nach Deutschland zu schicken?

Der Ort Portowaja ist der Startpunkt für die Pipeline Nord Stream 1. - Copyright: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Dmitry Lovetsky
Der Ort Portowaja ist der Startpunkt für die Pipeline Nord Stream 1. - Copyright: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Dmitry Lovetsky

Ein diesiger Himmel, der Blick geht über den grauen Ozean zu einer schemenhaften Küste. Darüber zu sehen, zwei hohe Turmbauten – und eine grell orange farbene Feuerwolke. Das Bild stammt vom finnischen TV-Sender Yle. Es soll von der finnischen Küste aus aufgenommen sein und zeigt dem Sender zufolge eine vom russischen Energiekonzern Gazprom betriebene Verteilerstation in der Stadt Portowaja, in der auch die Pipeline Nord Stream 1 beginnt.

Die Echtheit des Bildes lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Satellitenbilder zeigen jedoch auch eine Flamme über der Station in Portowaja. Laut Yle sind die Feuerstöße seit Wochen von der finnischen Küste aus zu beobachten.

Verbrennt Russland überschüssiges Erdgas?

Tatsächlich zeigen Aufnahmen des Fire Information for Resource Management Systems (Firms) der US-Weltraumbehörde Nasa, dass ständig größere Feuer auf dem Gelände der Portowaja-Station zu sehen sind, seit Russland seine Gaslieferungen nach Deutschland erst auf 40, mittlerweile auf 20 Prozent gedrosselt hat.

Das legt den Schluss nahe, dass Gazprom überschüssiges Erdgas, das es nicht durch Nord Stream 1 nach Europa schickt, in Portowaja verbrennt. Grund dafür könnte sein, dass es Russland technisch nicht möglich ist, sein gefördertes Erdgas über andere Routen, etwa nach Indien oder China, zu schicken oder in Gasspeichern zu lagern. Die Drosselung der Lieferungen an Europa hätte somit zur Folge, dass überschüssiges Gas entsorgt werden müsste – etwa, in dem es verbrannt wird.

jg

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