Verfassungsschutz: Zahl gewaltbereiter Extremisten steigt in allen Lagern

Auffallend ist, dass die Täter stets jünger werden.

In Deutschland gibt es eine wachsende Zahl gewaltbereiter politischer Extremisten – und das in allen Lagern. Das ergibt sich aus dem Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2016, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, am Dienstag in Berlin vorstellten. „Beim Verfassungsschutz boomt es auf allen Geschäftsfeldern“, sagte Maaßen.

Die Sicherheitsbehörden zählen derzeit 680 islamistische Gefährder. Das sind so viele wie noch nie. Allerdings gebe es auch so viele Ermittlungsverfahren wie noch nie und so viele Verhaftungen wie noch nie, erklärte de Maizière. Maaßen verwies auf die fünf Terroranschläge auf deutschem Boden im vergangenen Jahr – mit zwölf Toten der blutigste davon am Berliner Breitscheidplatz –, und fuhr fort, dass mit weiteren Anschlägen zu rechnen sei.

Steigende Anzahl an Islamisten und Reichsbürgern

Besorgnis erregend sei der Umstand, dass die Täter immer jünger würden. So gingen die Anschläge auf einen Bundespolizisten in Hannover und einen Sikh-Tempel in Essen auf das Konto Minderjähriger – genauso wie der geplante Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Ludwighafen. Zwar relativierte der Verfassungsschutzpräsident, dass der so genannte Islamische Staat in Syrien und im Irak die Kontrolle über zwei Drittel des Territoriums verloren habe. Doch sei er in insgesamt neun Staaten unverändert oder neu präsent.

Wachsende Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden auch der Rechtsextremismus. Der Verfassungsschutz zählt derzeit 23.100 Rechtsextremisten; über die Hälfte gilt als gewaltbereit. Die Zahl der Gewaltdelikte stieg um 13,6 Prozent, darunter seien zunehmend versuchte Tötungen, so Maaßen. Überdies lebten in Deutschland zuletzt 12.800 so genannte Reichsbürger, von denen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung