Verfassungsschutz bekommt von Asylbewerbern zahlreiche Hinweise auf Islamisten

Verfassungsschutzpräsident Maaßen

Der deutsche Verfassungsschutz wird oftmals von Asylbewerbern auf mögliche Islamisten hingewiesen. Die Behörde erreichten "viele hundert Hinweise", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der "Deutschen Welle". Sie gingen davon aus, "dass es sich in vielen Fällen um echte und wahre Hinweise handelt, denen nachgegangen werden muss".

Er halte "weit über 80 Prozent der Hinweise für belastbar", sagte Maaßen. Es handle sich also nicht um Denunziationen, sondern um Informationen zu potenziellen Gefährdern. Der Verfassungsschutz hat auch ein Hinweistelefon für Tippgeber eingerichtet.

Maaßen verwies darauf, dass es zum einen die Gruppe der Terroristen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gebe, "die mit dem Auftrag, Terroranschläge zu begehen, nach Europa gekommen sind." Bei mindestens 20 Menschen, die bisher identifiziert worden seien, gehe seine Behörde davon aus, dass sie mit Anschlagsplänen nach Europa gekommen seien.

Eine weitere Gruppe bilden laut Maaßen "IS-Kämpfer, die sich vielleicht einfach absetzen wollen vom Kampfgeschehen, die schwere und vielleicht schwerste Kriegsverbrechen begangen haben und als Asylsuchende getarnt" nach Deutschland kommen. So träfen in Flüchtlingsunterkünften in Deutschland Täter und Opfer aufeinander.