Verfahren gegen möglichen Komplizen von Paris-Attentäter Coulibaly eröffnet

Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen möglichen Hintermann des Anschlags auf einen jüdischen Supermarkt in Paris vom Januar 2015 eröffnet. Dem 42-Jährigen wird nach Angaben der Ermittler vom Samstag vorgeworfen, dem bei dem Angriff getöteten Islamisten Amédy Coulibaly geholfen zu haben. Die DNA des Mannes wurde auf einer der Waffen Coulibalys gefunden.

Von den Ermittlern hieß es, der Verdächtige habe nicht überzeugend erklären können, wie sein Genmaterial auf die Waffe gelangt sei. Er habe bei einer Befragung ausgesagt, keine Kenntnis von den Plänen des Attentäters gehabt zu haben.

Zwei Tage nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" hatte Coulibaly am 9. Januar 2015 Geiseln in einem jüdischen Supermarkt genommen. Er tötete vier Menschen, bevor er von Elitepolizisten erschossen wurde. Einen Tag zuvor hatte der Komplize der "Charlie Hebdo"-Angreifer zudem im Pariser Vorort Montrouge eine unbewaffnete Gemeindepolizistin getötet.

Den Ermittlern zufolge stammten seine Waffen aus der Slowakei und kamen über Zwischenhändler in Belgien nach Frankreich.