Vereinigung Cockpit: Streiks bei Ryanair noch nicht vom Tisch

ARCHIV - Eine Gangway steht am 19.10.2017 auf der Start- und Landebahn des Flughafen Weeze in Weeze (Nordrhein-Westfalen) vor einer Ryanair Maschine. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat zum Streik beim irischen Billigflieger Ryanair aufgerufen. Es sei ab sofort mit Streikmaßnahmen zu rechnen, um marktgerechte Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu erzwingen, teilte die Gewerkschaft am 12.12.2017 in Frankfurt mit. Foto: Roland Weihrauch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ARCHIV - Eine Gangway steht am 19.10.2017 auf der Start- und Landebahn des Flughafen Weeze in Weeze (Nordrhein-Westfalen) vor einer Ryanair Maschine. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat zum Streik beim irischen Billigflieger Ryanair aufgerufen. Es sei ab sofort mit Streikmaßnahmen zu rechnen, um marktgerechte Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu erzwingen, teilte die Gewerkschaft am 12.12.2017 in Frankfurt mit. Foto: Roland Weihrauch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Vor dem Treffen mit Vertretern der irischen Fluggesellschaft Ryanair in Dublin erhöht die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den Druck. VC-Vorstand Markus Wahl warnte Ryanair am Mittwoch im SWR-Radio vor einem Ablenkungsmanöver. Es sei wichtig, dass Ryanair daran interessiert sei, mit Cockpit und anderen Gewerkschaften zu einem Tarifvertrag zu kommen.

Sollte Cockpit zu dem Schluss kommen, dass die Airline auf Zeit spiele, dann müsse doch noch über Streiks der Piloten vor Weihnachten nachgedacht werden, stellte Wahl klar. Seine Hoffnung sei aber, dass Ryanair es ernst meine.

Das irische Unternehmen führt in diesen Tagen erstmals in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte Gespräche mit Gewerkschaften. Für Mittwoch ist ein Treffen mit der deutschen Pilotengewerkschaft in Dublin geplant.

Gespräche mit der irischen Pilotengewerkschaft Ialpa am Dienstagabend verliefen nach Angaben von Ryanair "positiv und erfolgreich". Die Gewerkschaft äußerte sich dagegen zurückhaltend: Ryanair habe sich bei dem Treffen nicht bereit erklärt, die Anerkennung der Gewerkschaft schriftlich zu bestätigen.

Aus Angst vor Streiks zur Weihnachtszeit hatte Ryanair Ende vergangener Woche eingelenkt und zugesagt, erstmals Pilotengewerkschaften anzuerkennen. Daraufhin sagten Piloten in Irland, Portugal und Italien bereits angekündigte Streiks ab.

Im September hatte die Billigfluglinie den Ausfall tausender Flüge bis März bekanntgeben müssen - offiziell, weil das Unternehmen bei der Planung der Jahresurlaube der Piloten Fehler gemacht hatte, laut Gewerkschaftsangaben aber auch, weil viele Piloten das Unternehmen wegen schlechter Bezahlung und schlechter Arbeitsbedingungen verlassen haben.