Vereinigte Arabische Emirate fordern Doha zum Dialog auf

VAE-Außenminister Anwar Gargasch

In der seit Anfang Juni schwelenden Katar-Krise hat der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Doha zum Dialog aufgerufen. "Wir wollen keine Eskalation, wir wollen keinen Führungswechsel", bekräftigte Außenminister Anwar Gargasch am Montag am Institut Chatham House in London. Die Emirate hätten Katar zu einer "Änderung der Herangehensweise" aufgefordert, was "die Unterstützung für Extremismus und Terrorismus" angehe.

Wenn Katar den Forderungen nachkomme, könne es wieder in den Kreis der anderen Staaten am Golf zurückkehren, um mit allen anderen "zusammenzuarbeiten", sagte Gargasch. Diese wollten jedoch kein Mitglied akzeptieren, "das uns schwächt und den Terrorismus unterstützt".

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni die diplomatischen Beziehungen zu Doha abgebrochen und eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie begründeten dies mit der Unterstützung des Emirats für Extremistengruppen wie die Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas. Unter anderem verlangten sie, dass Katar seine Beziehungen zum Iran zurückfährt, den einflussreichen Nachrichtensender Al-Dschasira einstellt und einen türkischen Militärstützpunkt im Land schließt.

Der Außenminister der Emirate widersprach zudem einem Artikel der "Washington Post", in dem es unter Berufung auf US-Geheimdienstquellen hieß, sein Land sei an einer Cyberattacke gegen Katar beteiligt gewesen, durch die die Katar-Krise offen zu Tage trat. Der Beitrag in der "Washington Post" sei "absolut falsch", sagte Gargasch.

Katar hatte erklärt, über seine staatliche Nachrichtenagentur KNA seien gefälschte Zitate von Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani verbreitet worden. Unter anderem war dort die Hamas als "legitime Vertretung des palästinensischen Volkes" bezeichnet worden, der Iran wurde als strategischer Alliierter für seine Nachbarstaaten empfohlen.