Vereinfachung und klare Regelungen beim Namensrecht angestrebt

Ehepaare sollen nach einem Vorschlag der zuständigen Ministerien künftig einen aus ihren beiden Namen zusammengesetzten Doppelnamen annehmen können. Das Bundesinnenministerium und das Bundesjustizministerium veröffentlichten am Donnerstag Eckpunkte für eine Reform des Namensrechts. Geplant ist demnach, Namensänderungen zu erleichtern und die Möglichkeiten zur Wahl des Namens zu erweitern. Eltern ohne gemeinsamen Familiennamen könnten ihrem Kind einen aus ihren Namen zusammengefügten Doppelnamen geben.

Namensketten bleiben laut den Reformvorschlägen jedoch weiterhin verboten. Die Regelungen zum Namensrecht sollen in einem Gesetz zusammengefasst werden. Bisher finden sie sich in verschiedenen Gesetzen. Derzeit zuständig für namensrechtliche Fragen sind das Standesamt und die Verwaltungsbehörden. Nach Plänen der Ministerien soll dafür nur noch das Standesamt zuständig sein.

Künftig soll ein anerkennenswerter Grund genügen, um einen Namen ändern zu können. Als ein solcher Grund könnte auch der Wunsch gelten, einmal binnen zehn Jahren seinen Namen zu ändern.

Das deutsche Namensrecht sei zu kompliziert, zu unübersichtlich und widersprüchlich, hieß es von den Ministerien. Das solle mit der Reform geändert werden. Die Eckpunkte sind Ergebnisse einer Arbeitsgruppe mit Experten aus Justiz, Forschung und Verwaltung. In der nächsten Legislaturperiode will die Bundesregierung über einen Reformvorschlag entscheiden.