Verdi macht im Tarifkonflikt mit der Post mit Warnstreiks mobil

Mehr Geld für Post-Beschäftigte

Mit Warnstreiks in mehreren Bundesländern hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post den Druck erhöht. Die Gewerkschaft rief am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Schleswig-Holstein zu "gezielten Warnstreikmaßnahmen" in der Postzustellung auf. Die Deutsche Post erklärte, Paketzentren oder Briefzentren seien von den Warnstreiks nicht betroffen gewesen - die allermeisten Sendungen würden wie geplant am Donnerstag oder mit einem Tag Verzögerung ihre Empfänger erreichen.

Laut Verdi versammelten sich am Vormittag rund 1500 Beschäftigte in Köln, Dortmund, München, Nürnberg, Plattling, Kaiserslautern und Neumünster zu Kundgebungen. Eine Sprecherin der Post erklärte, aufgrund der kurzen Warnstreiks erwarte das Unternehmen "nur für einzelne Sendungen geringfügige Verzögerungen bei der Zustellung".

Die Aufforderung zu Warnstreiks im Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen könne die Post "nicht ganz nachvollziehen", erklärte das Unternehmen weiter. Die bisherigen Verhandlungen seien "sachlich und konstruktiv verlaufen".

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen den Tarifparteien am Montag und Dienstag war ergebnislos zu Ende gegangen. Laut Verdi lehnte die Post es bislang ab, eine lineare Entgelterhöhung für 2018 zu vereinbaren. Die von der Post "angedachte Nullrunde für dieses Jahr ist für uns vollkommen inakzeptabel", erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis.

Verdi fordert für die 130.000 Tarifbeschäftigten der Post sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem fordert die Gewerkschaft bei den Arbeitszeiten - die zuletzt auch den Tarifkonflikt in der Metallbranche bestimmt hatten - Zugeständnisse: Demnach sollen Beschäftigten die Wahl haben, einen Teil der Lohnerhöhung in Freizeit umzuwandeln. Für die rund 32.000 Beamten des früheren Staatsunternehmens will Verdi zudem durchsetzen, dass die sogenannte Postzulage fortgeschrieben wird.

Um den Gewerkschaftsforderungen Nachdruck zu verleihen, soll es auch am Freitag weitere Warnstreiks geben. In Bremen und Niedersachsen rief Verdi rund 400 Beschäftigte zu kurzen Arbeitsniederlegungen auf.