Verdi fordert für Kitas maximal fünf Kinder pro Gruppe und Fiebermessungen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat in einem Positionspapier ihre Forderungen zum weiteren Betrieb von Kitas in der Corona-Krise zusammengefasst. "Eine vollständige Wiedereröffnung der Kitas erscheint unter Berücksichtigung von Gesundheits- und Hygienestandards absehbar nicht realistisch", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichen Dokument. In der Zwischenzeit müsse der Notbetrieb möglichst gut organisiert werden.

Die Gewerkschaft sprach sich dafür aus, die Gruppengröße zunächst auf maximal fünf Kinder zu begrenzen, die jeweils von den immer gleichen Erzieherinnen betreut werden sollten. Vorrang bei der Notbetreuung sollten zum einen Familien haben, in denen die Eltern systemrelevanten Berufen nachgehen. Zum anderen müssten aber auch "die sozialen Bedingungen von Kindern und Familien berücksichtigt werden". Daneben sei ein Vorrang für Kinder kurz vor dem Übergang in die Grundschule möglich.

Was die Beschäftigten angeht, so sollten laut Verdi Menschen aus den Corona-Risikogruppen nicht in der Notbetreuung eingesetzt werden. Die Mitarbeiterinnen, die in die Kita gingen, sollten Arbeitskleidung gestellt bekommen, "die bei 60 Grad waschbar ist". Die Arbeitgeber hätten für die Reinigung zu sorgen und auch Umkleidemöglichkeiten zu stellen. Außerdem solle "eine kontaktlose Fiebermessung" in den Kitas erfolgen.

Für das konkrete Vorgehen in der einzelnen Einrichtung soll nach Vorstellung der Gewerkschaft jeweils ein "Krisenteam" zuständig sein, in dem Erzieher, Eltern und der Träger vertreten sind. Die Teammitglieder "diskutieren einrichtungsspezifische Maßnahmen und setzen sie um". Dabei soll auch Rücksprache mit den Gesundheitsämtern gehalten werden.

"Es ist dringend notwendig, die praktische Organisation und die pädagogische Arbeit in den Kitas so zu regeln, dass Gesundheitsschutz und Hygiene sichergestellt werden, wenn die Notbetreuung jetzt schrittweise erweitert werden soll", erklärte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. Die Gewerkschaft wünsche sich hierfür "bundesweit geltende, trägerübergreifende Regeln".