Warnstreikwelle erreicht bisherigen Höhepunkt - 20.000 laut Verdi im Ausstand

Die Welle von Warnstreiks im öffentlichen Dienst hat nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag mit rund 20.000 Streikenden ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Schwerpunkt der Proteste war das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen, wie ein Verdi-Sprecher in Berlin mitteilte. Die kommunalen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks als "Ärgernis und völlig unverhältnismäßig".

Laut Verdi blieben in zahlreichen Ruhrgebietsstädten Bahnen und Busse in den Depots, aber auch in Kitas, Verwaltungen, Jobcentern und bei der Müllabfuhr traten Beschäftigte in den Ausstand. Ganztägige Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr meldete die Gewerkschaft unter anderem aus Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Essen, Dortmund, Bielefeld und Wuppertal. In Duisburg verkehrten Busse und Bahnen erst ab Dienstagmittag wieder.

Proteste gab es zudem in Kliniken, Sparkassen und Stadtwerken. Auch in mehreren Großstädten anderer Bundesländer rief Verdi Beschäftigte in den Ausstand, darunter in Ulm, Kiel, Flensburg, Schleswig und Schwerin.

Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, kritisierte im Gespräch mit der "Rheinischen Post", dass die Warnstreiks vor allem die unbeteiligte Bevölkerung belasteten. "Diese scheinbar unvermeidlichen Rituale der Gewerkschaften sind darüber hinaus nicht zielführend, da sie die Verhandlungen weder beschleunigen noch in irgendeine Richtung steuern", betonte der VKA-Chef.

Die Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Diensts von Bund und Kommunen sollen am 15. und 16. April in dritter Runde fortgesetzt werden. In den ersten beiden Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften fordern ein Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr.