Verdi bereit zu Verhandlungen mit Kaufhof über Sanierungstarifvertrag

Kaufhof-Filiale

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist bereit, mit der Geschäftsführung der angeschlagenen Kaufhauskette Kaufhof über einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln, der Einbußen für die rund 18.000 Beschäftigten bedeutet. Ein von der Gewerkschaft beauftragter Wirtschaftsprüfer habe einen Sanierungsbedarf bestätigt, teilte Verdi am Freitag mit. Das Sanierungskonzept der Geschäftsführung habe jedoch eine "Schieflage" zu Lasten der Arbeitnehmer.

Kaufhof war vor zwei Jahren vom Handelskonzern Metro an den kanadischen Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company verkauft worden. Ende 2017 beantragte Kaufhof einen Sanierungstarifvertrag und damit laut Verdi "erhebliche" Tarifverzichte der Beschäftigten.

Die Tarifkommission von Verdi beschloss am Freitag in Frankfurt am Main, Gespräche über eine Neuausrichtung von Kaufhof mit seinen 96 Filialen in Deutschland aufzunehmen. Voraussetzung seien gemeinsame Eckpunkte, die es zunächst zu vereinbaren gelte. Verhandlungen über den Sanierungstarifvertrag seien dann der weitere Schritt.

"Galeria Kaufhof ist ein traditionsreiches, aber auch zukunftsfähiges Unternehmen", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke. Die Gewerkschaft wolle die Standorte, Arbeitsplätze und Einkommen der Beschäftigten absichern. Vorrangig seien nun die Eigentümer in der Pflicht, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Weitere unternehmerische Maßnahmen seien erforderlich.