"Verdammten Scheißjob gemacht": Leclerc fühlt "nur Enttäuschung"

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

"Ich habe einen Scheißjob gemacht. Ich habe einen Scheißjob gemacht. Ich habe einen Scheißjob gemacht. Ich habe einen Scheißjob gemacht. Ich habe einen verdammten Scheißjob gemacht!" Das schrie Ferrari-Fahrer Charles Leclerc nach dem Türkei-Grand-Prix 2020 in Istanbul in den Teamfunk. Und auf Italienisch fügte er noch hinzu: "Ich bin ein Arschloch, einfach ein Arschloch! Ich bin einfach dumm!"

Und warum das Ganze? Er hatte in der letzten Runde nach dem zweitplatzierten Sergio Perez gegriffen und den Racing-Point-Fahrer attackiert, nur um sich mit diesem Manöver um den vermeintlich sicheren Podestplatz zu bringen.

Leclercs erste Reaktion darauf spricht Bände: "Ich bin gerade so wütend auf mich selbst! Ich fühle nur Enttäuschung."

Wie Leclerc die letzte Runde erlebt hat

"Ich war sehr zufrieden, wo wir nach zehn Runden gelegen hatten. Ich glaube, wir lagen 25 oder 30 Sekunden hinter den Leuten, mit denen wir am Schluss gekämpft haben. Aber einen solchen Fehler drei Kurven vor Schluss, den darf ich mir nicht erlauben."

Leclerc war auf Perez aufgelaufen, weil sich dieser mit heruntergefahrenen Intermediates nur noch über die Distanz zu retten versuchte. Und Perez rutschte. "Ihm war ein Fehler unterlaufen", sagt Leclerc. "Deshalb probierte ich es in Kurve 10 auf der Außenseite. Da gab es aber kaum Grip."

Auf der folgenden Geraden sei ihm der Racing Point beinahe wieder entwischt, doch eingangs Kurve 12 sah Leclerc, nun auf der Innenbahn, seine Chance. Aber: "Ich verbremste mich." Perez holte sich P2 zurück und auch Sebastian Vettel schlüpfte noch durch. Leclerc fiel zurück auf Position vier.

Leclerc nimmt Schuld komplett auf sich

"Es war komplett mein Fehler", sagt er. "Die Daten sagen aber: Ich habe da nichts Verrücktes veranstaltet. Es war der gleiche Bremspunkt, der gleiche Bremsdruck, aber natürlich war es innen etwas feuchter. Ich hätte das antizipieren müssen."

Er habe sich in diesem Augenblick aber nicht einfach zurückhalten können, meint Leclerc. "Es ging um eine Position, ich kämpfte um P2. Und wenn du dann nicht aufs Podium fährst, dann fühlt sich ein solcher Fehler sehr schlimm an."

Wenngleich er sich über das entgangene Top-3-Ergebnis ärgere, so freue er sich andererseits für seinen Ferrari-Teamkollegen, erklärt Leclerc weiter: "Ich möchte Seb beglückwünschen, zu seinem ersten Podestplatz in diesem Jahr."

Glückwünsche an Vettel und Hamilton

"Für ihn ist es bisher ein schwieriges Jahr. Ich freue mich, dass er endlich auf der Strecke zeigen konnte, was er wert ist."

Leclerc sprach auch Weltmeister Lewis Hamilton seine Glückwünsche aus: "Ich denke, es war eher eine Frage des Wanns als des Obs. Er hat eine unglaubliche Saison hingelegt."

"Besonders beeindruckend an diesem Wochenende ist, wie sehr Mercedes gestern zu kämpfen gehabt hatte. Und dann das Rennen, was so niemand von ihm erwartet hatte. Er hat gekriegt, was er verdient, daher Glückwunsch."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.