Verdächtiger nach Silvesterangriffen auf Leipziger Polizei kommt auf freien Fuß

Zusammenstöße in Connewitz

Rund drei Wochen nach den Angriffen auf Polizisten zu Silvester in Leipzig-Connewitz ist ein Beschuldigter aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der sächsischen Stadt setzte ein Richter den Haftbefehl am Mittwoch auf ihren Antrag hin gegen Auflagen außer Vollzug. Die Ermittlungen gegen den Mann liefen weiter. Meldeauflagen seien aber genug, um einem potenziellen "Fluchtanreiz" entgegenzuwirken.

Dem 30-Jährigen werden den Angaben zufolge ein Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie Widerstand, vorsätzliche Körperverletzung und Gefangenenbefreiung vorgeworfen. Er saß seit dem 2. Januar aufgrund einer richterlichen Entscheidung in Untersuchungshaft. In der Neujahrsnacht war es im linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz zu laut Polizei massiven Attacken auf Beamte gekommen.

Nach der Haftverschonung des 30-Jährigen befinden sich aktuell noch zwei Beschuldigte wegen einer mutmaßlichen Beteiligung an den Angriffen in Untersuchungshaft. Ein weiterer Beschuldigter im Alter von 27 Jahren wurde vor zwei Wochen bereits in einem sogenannten beschleunigten Verfahren zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte einem Polizisten ein Bein gestellt. Auch er saß zunächst in Untersuchungshaft.

Bei den Auseinandersetzungen in Connewitz waren mehrere Polizisten verletzt worden. In einem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes, weil ein bereits verletzter Beamter erneut attackiert worden sein soll. Die Täter sind unbekannt. Die vier bislang inhaftierten Beschuldigten haben damit nichts zu tun.