Verbraucherzentrale gewinnt Verfahren wegen falscher Energie-Kennzeichnung

Onlinehändler müssen das Farbschema der Energie-Effizienzklassen von Elektrogeräten auf ihren Seiten korrekt darstellen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz setzte sich damit vor dem Oberlandesgericht Koblenz gegen die Online-Shops von Mediamarkt und Saturn durch, wie die Verbraucherschützer am Dienstag mitteilten. Demzufolge hatten die Händler Kühlschränke der Effizienzklasse A mit einem grünen statt einem gelben Pfeil gekennzeichnet. (Az. 9 U 405/17 und 9 U 406/17)

"In den Online-Shops von Media Markt und Saturn erschienen viele Klimageräte auf den ersten Blick als deutlich stromsparender als sie es tatsächlich sind", erklärte Verbraucherschützer Christian Gollner. Verbraucher erhielten so einen falschen Eindruck.

Die Verbraucherzentrale hatte die Shop-Betreiber zunächst abgemahnt, aber keine Unterlassungserklärung erhalten. Daher reichte die Verbraucherzentrale Klagen ein. Laut Mitteilung war das Landgericht Mainz in erster Instanz der Auffassung, die Umsetzung der Regeln zur Energiekennzeichnung sei zu kompliziert, zu aufwendig und deswegen für Unternehmen unzumutbar.

Dieser Auffassung habe sich das Oberlandesgericht Koblenz in der Berufung nicht angeschlossen. Es hielt eine korrekte Kennzeichnung für zumutbar und gab damit der Verbraucherzentrale Recht. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Hintergrund des Streits ist, dass die europäische Regulierung zur Energieeffizienz-Kennzeichnung unterschiedliche Farbskalen kennt. Bei der Skala von A bis G, wie sie zum Beispiel für Dunstabzugshauben und bis vor kurzem auch für Staubsauger galt, entspricht A der grünen Farbe. Bei der Skala A+++ bis D, wie sie für Kühlschränke gilt, ist die Klasse A nur noch mittelmäßig und wird mit einem gelben Pfeil abgebildet.

Mediamarkt und Saturn gehören beide zur Ceconomy-Gruppe, einer Abspaltung aus dem alten Metro-Handelskonzern.