Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt wegen Werbung für Klimafonds

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Filiale der Commerzbank in Berlin (AFP/John MACDOUGALL)

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg strebt in einem Streit um zulässige Werbeaussagen für klimaschonende Geldanlagen mit der Fondsgesellschaft Commerz Real eine gerichtliche Klärung an. Die Gesellschaft der Commerzbank-Gruppe führe nach ihrer Auffassung Verbraucher bei ihrem Fonds "klimaVest" "mit fragwürdigen Nachhaltigkeitsversprechen" in die Irre, teilte die Verbraucherzentrale am Donnerstag in Stuttgart mit. Sie hofft auf ein Urteil mit Signalwirkung. Commerz Real wies die Vorwürfe zurück.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale bewirbt der Finanzanbieter seinen Fonds "klimaVest" mit einem CO2-Rechner, mit dem Interessenten anhand bestimmter Kategorien ihren angeblichen CO2-Fußabdruck berechnen können. In einem zweiten Schritt sollen sie dann ermitteln können, mit welchem Anlagebetrag sie ihren CO2-Ausstoß ausgleichen können.

Den Verbraucherschützern zufolge suggeriert dies auf irreführende Weise "ganz konkrete Auswirkungen" der Anlageentscheidung auf den eigenen CO2-Fußabdruck. Tatsächlich seien die Abfragekriterien des CO2-Rechners nicht geeignet, einen exakten CO2-Wert zu berechnen. Außerdem relativiere die Commerz Real im Fondsprospekt im Kleingedruckten, dass ein Erreichen der Anlageziele nicht garantiert werde könne, erklärte die Verbraucherzentrale weiter.

Commerz Real erklärte, "der klimaVest möchte seine Anleger über die CO2-Vermeidung und den Zusammenhang mit dem persönlichen CO2-Fußabdruck informieren" – dies erfolge unter den Überschriften "Ihr persönlicher CO2-Fußabdruck" und "Anlegen & CO2 ausgleichen". Einen beanstandeten CO2-Ausgleichsrechner gebe es in der Form nicht. Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks sei "eine erste Orientierung und Hilfestellung, um die Thematik greifbarer zu gestalten".

Dass der CO2-Fußabdruck und die Auswirkung des Investments zueinander in ein Verhältnis gesetzt würden, "können gerade die qualifizierten Anleger des klimaVest richtig einschätzen". Die Informationen seien zudem transparent und klar sichtbar.

Die Verbraucherzentrale mahnte die Fondsgesellschaft ab, wie sie mitteilte. Diese habe jedoch keine Unterlassungserklärung abgeben wollen. Daher soll die Sache nun gerichtlich geklärt werden. Die Verbraucherzentrale hofft nach eigenen Angaben auf eine Entscheidung, "die branchenweit Wirkung entfalten könnte". Sie forderte zugleich auch "klare gesetzliche Regelungen für zuverlässige Aussagen zur Klimaschutzwirkung von Finanzprodukten". Nur so sei "irreführendes Greenwashing" in den Griff zu bekommen, das lediglich eine "Marketingmasche" darstelle.

Commerz Real betonte, der Fonds sei ein "Impact Fonds", der in Vermögenswerte investiere, die einen "messbaren und damit nachweisbaren Beitrag zur Vermeidung von CO2-Ausstoß leisten". Das eingesammelte Geld solle in Wind- und Solarparks, grüne Mobilität oder auch Wald- und Forstwirtschaft investiert werden. Anleger können sich ab 10.000 Euro beteiligen.

Der Fonds habe das Ziel, 3,5 Tonnen CO2 pro 10.000 Euro Anlage zu vermeiden. Das tatsächliche Ergebnis könne vom Ziel natürlich abweichen. Es werde explizit darauf hingewiesen, dass es sich um einen Soll-Wert handele.

ilo/bk

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