Verbraucherstimmung sinkt auf neues Allzeit-Tief

Die hohe Inflation und die Unsicherheiten wegen der Corona-Lage im Herbst drücken enorm auf die Verbraucherstimmung im Land. Das vom Handelsverband Deutschland (HDE) ermittelte Konsumbarometer erreicht im September "einen neuen Allzeit-Tiefstand", nachdem es im August schon auf ein Rekordtief gefallen war, wie der Verband am Montag mitteilte. Eine Trendumkehr sei "nicht in Sicht" - sodass die kommenden Monate wohl von Konsumzurückhaltung geprägt sein werden.

Grund für die Zurückhaltung der Menschen sind die Energiekrise, die hohen Preissteigerungen insgesamt sowie die Unsicherheiten angesichts der Pandemie. Das Barometer bildet nicht das aktuelle Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. Abgefragt wurden von 1600 Menschen unter anderem die Anschaffungsneigung, die Sparneigung und die finanzielle Situation.

Laut der Umfrage trübten sich die Konjunkturerwartungen ein, auch die eigenen Einkommenserwartungen gingen zurück. Hinzu komme, dass sich durch die hohe Inflation das verfügbare Haushaltseinkommen verringere. Die Anschaffungsneigung fiel folglich weiter und erreichte ein neues Allzeittief. Sparen ist dabei kaum eine Alternative - auch die Sparneigung ist weiter gering.

Wie der HDE ausführte, könnten im Herbst mit Blick auf die Energieversorgung und die Pandemie "zusätzliche Unsicherheiten aufkommen". Mit einer spürbaren Verbesserung der Verbraucherstimmung rechnet der Verband daher "nicht vor dem Frühjahr des nächsten Jahres".

Die Inflation in Deutschland hatte nach vorläufigen Schätzungen des Statistikamts im August 7,9 Prozent erreicht. Verantwortlich dafür waren wie schon in den Vormonaten die hohen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln.

hcy/pe