Verbraucherschützer warnen vor Risiken bei Finanzierungen direkt beim Kauf

Verbraucherschützer haben vor Problemen bei der Finanzierung von Konsumgütern wie Möbel oder Computer direkt beim Kauf gewarnt. Bereits die Werbung für die Finanzierung sei mitunter irreführend, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Marktwächter des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) auf Basis von 91 Testkäufen. Bei einem Anbieter habe es sich bei den als Nullprozentfinanzierungen beworbenen Produkten sogar in zwölf von 14 Fällen in Wirklichkeit um kreditkartengestützte Finanzierungen gehandelt.

So wurden laut vzbv zum Beispiel Verträge für Kreditkarten statt einer reinen Absatzfinanzierung abgeschlossen. Bei Abschluss von Zusatzprodukten wie Ratenschutzversicherungen und Kreditkarten hätten Verkäufer und Finanzvermittler in zehn Fällen die Tester anfangs nicht eindeutig darüber aufgeklärt, ob diese Zusatzprodukte freiwillig oder verpflichtend sind.

Während der Kreditvermittlung im Rahmen der Testkäufe sei die Zusammenarbeit mit Auskunfteien in 35 Fällen nicht klar thematisiert worden. Nur in etwas mehr als der Hälfte der Fälle (56 Fälle) hätten Verkäufer und Finanzierungsvermittler eine entsprechende Zustimmung zur Datenweitergabe angesprochen.

"Die Untersuchung wirft ein schlechtes Bild auf die Qualität der Kreditvermittlung im Handel", erklärte Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt im vzbv. "Es darf keine Ausnahmen von den Pflichten zur Kreditvermittlung für Händler geben", forderte sie. Auch für den Vertrieb von teuren Restschuldversicherungen oder komplizierten Kreditkarten dürfe es keinen Platz geben, wenn Verbraucher nur ihren Einkauf finanzieren.