Verbraucherschützer verklagen Stromanbieter BEV wegen Online-Bewertungen

Verbraucherschützer haben den bayerischen Stromversorger BEV verklagt, weil er Kunden im Gegenzug für positive Online-Bewertungen Geld angeboten hat. Die Verbraucherzentrale Bayern erklärte am Montag, sie sei aufgrund von Beschwerden aufmerksam geworden, wonach die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) bis zu hundert Euro für die positive Bewertung seiner Dienstleistungen auf einem Vergleichsportal auslobte. Das Unternehmen erklärte, es habe das entsprechende Kundenanschreiben geändert.

Die Verbraucherzentrale hält das Vorgehen der BEV für "getarnte Werbung, die Verbraucher irreführen kann". Die Marktwächter verlangten von dem Anbieter nach eigenen Angaben zunächst per Abmahnung, die Kunden nicht mehr mit Geschenken zu positiven Bewertungen aufzufordern. Der BEV habe sich aber geweigert, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Daher sei Klage vor dem Landgericht München auf Unterlassung eingereicht worden.

Positive Online-Bewertungen seien für Hersteller und Dienstleister "bares Geld wert", erklärte die Verbraucherzentrale. Dieses für Verbraucher sinnvolle Instrument werde zerstört, wenn es durch Belohnungen beeinflusst werde.

Der Versorger BEV erklärte, er habe "verstanden, dass das von uns gesendete Schreiben als missverständlich wahrgenommen wurde". Damit werde es den eigenen Standards nicht gerecht. "Wir haben deshalb unsere Kundenanschreiben entsprechend geändert", fügte das Unternehmen hinzu.