Verbraucherschützer und Handel fordern Umverteilung der Kosten der Energiewende

Zur Umsetzung der Energiewende hat sich die Bundesregierung eine deutliche Senkung des Verbrauchs von Primärenergie in Deutschland als Ziel gesetzt - zuletzt ist der Verbrauch aber wieder leicht angestiegen

Private Haushalte und Handel sollten weniger zahlen, Staat und Industrie dafür mehr: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben eine Umverteilung der Kosten der Energiewende gefordert. Insgesamt könnten der Handel und die Verbraucher durch ihre Vorschläge an die nächste Bundesregierung um mehr als fünf Milliarden Euro entlastet werden, rechneten die Verbände am Montag vor.

Die privaten Haushalte verbrauchen demnach 25 Prozent des Stroms in Deutschland, müssen aber 36 Prozent der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bezahlen. Der Handel verbrauche sechs Prozent des Stroms und zahle zehn Prozent der EEG-Umlage. "Wir brauchen eine faire Kostenverteilung und ein Ende umfangreicher Vergünstigungen für die Industrie", forderte Vzbv-Chef Klaus Müller. Sonst stehe "die Akzeptanz der Energiewende auf dem Spiel".

Konkret schlugen die Verbände vor, die Stromsteuer abzuschaffen. Dies entlaste Verbraucher und Handel um 3,4 Milliarden Euro. Zusätzlich solle der Strompreis aus Steuermitteln subventioniert werden. Außerdem forderten sie, Vergünstigungen der Industrieunternehmen zu streichen. Beispielsweise seien die Industrie bei den Kosten für die Netzanbindung oder wenn sie selbstproduzierten Strom verbrauchen bevorteilt.