Verbraucherschützer fordern Rückkehr zu Parität in der Krankenversicherung

Verbraucherschützer Klaus Müller

Verbraucherschützer fordern von der nächsten Bundesregierung die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung in der Krankenversicherung. Dass die Beiträge wieder zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden, sei "ein absolutes Muss", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, der "Passauer Neuen Presse". "2018 werden die Versicherten im Durchschnitt ein Prozent mehr bezahlen."

Da der Arbeitgeberbeitrag festgeschrieben sei, würden die Beiträge der Arbeitnehmer "angesichts steigender Kosten in fünf oder zehn Jahren ohne Änderung erheblich höher liegen", sagte Müller. Auch die Altersvorsorge müsse ein "Top-Thema für die nächste Legislaturperiode sein". Der Handlungsbedarf, für eine stabile und verlässliche Absicherung in der Zukunft zu sorgen, sei groß.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist die gesetzliche Rente dabei die wichtigste Säule der Altersvorsorge und müsse das langfristig auch bleiben. Zur Reform der privaten Vorsorge "fordern wir ein einfaches, effizientes, kostengünstiges Basisprodukt", fügte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands hinzu.

Bei der Pflegeversicherung habe der Gesetzgeber zwar viele sinnvolle Neuerungen umgesetzt, sagte Müller. Das Problem seien aber fehlende Pflegekräfte. Bei allen Diskussionen zur Stärkung der Pflege in Deutschland dürfe zudem nicht vergessen werden, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen einen wesentlichen Teil der anfallenden Kosten privat schultern müssten.

"Damit Verbraucher im Pflegefall ausreichend versorgt sind und nicht in eine finanzielle Schieflage geraten, müssen zeitnah zumindest die Leistungssätze der sozialen Pflegeversicherung regelmäßig angepasst werden", forderte Müller. Der Verbraucherzentrale Bundesverband wünsche sich "eine gesetzliche Regelung, die eine automatische, jährliche Angleichung der Leistungen an die tatsächliche Kostenentwicklung vorschreibt".