Verbraucherschützer fordern Insolvenzschutz für Airline-Kunden

Viele Beschwerden von Kunden gab es wegen Verspätungen und Annullierungen im Flugverkehr

Verbraucherschützer fordern den Schutz vorausbezahlter Kundengelder bei Airline-Pleiten. "Wir brauchen einen Insolvenzschutz, der alle Fluggäste wirksam gegen eine Insolvenz von Fluggesellschaften absichert", sagte die für Reisen und Mobilität zuständige Vertreterin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Marion Jungbluth, dem "Handelsblatt" vom Dienstag. Airlines sollten demnach gesetzlich verpflichtet werden, eine Insolvenzversicherung zugunsten vorausbezahlter Kundengelder abzuschließen. Dies sei bei Pauschalreiseanbietern seit über 20 Jahren der Fall.

Einen "desolaten" Zustand für Verbraucher nannte Jungbluth die vielen Verspätungen und Annullierungen im Flugverkehr. Bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) waren im ersten Halbjahr deutlich mehr Beschwerden von Flugpassagieren eingegangen. 5300 Airline-Kunden stellten im Streit mit einer Fluggesellschaft einen Antrag auf Schlichtung bei der SÖP, das war ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016.

Dieser Anstieg ist nach Angaben der SÖP zum Teil aber auf laufende Umstrukturierungsprozesse bei einzelnen Luftfahrtunternehmen zurückzuführen. Gemeint ist unter anderem der Ferienflieger Tuifly, bei dem Anfang Oktober mehrere Tage lang Flüge ausgefallen oder verspätet waren. Viele betroffene Kunden stellten einen Schlichtungsantrag und verlangten Entschädigung.

ilo /eha