Verbraucherschützer begrüßen Verhängung von Ordnungsgeld gegen Almased

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat ein Ordnungsgeld in Höhe von 50.000 Euro gegen den Schlankheitsmittelanbieter Almased wegen der Verwendung unzulässiger Werbebotschaften begrüßt. "Die Strafe für so einen dreisten Verstoß hätte aber gern noch etwas höher sein können", erklärte Michael Hummel, Justiziar der Verbraucherzentrale, am Dienstag. Die Verbraucherschützer hatten nach eigenen Angaben auf der Internetseite des Unternehmens Werbung entdeckt, deren Verwendung das Landgericht Lüneburg zuvor untersagt hatte.

Almased war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Unternehmen warb für das Schlankheitsmittel "Almased Vitalkost" mit konkret bezifferten Gewichtsreduktionen innerhalb bestimmter Zeiträume. Das Landgericht Lüneburg erklärte dies 2015 in einem Verfahren der Verbraucherzentrale Sachsen für unzulässig und untersagte einige der Werbeaussagen. Almased versuchte, das Urteil anzufechten, scheiterte damit aber 2016 vor dem Bundesgerichtshof, wie die Verbraucherzentrale mitteilte.

Nun verhängte das Landgericht Lüneburg wegen der Missachtung seines früheren Urteils ein Ordnungsgeld gegen die auch aus der Fernsehwerbung bekannte Firma aus dem niedersächsischen Bienenbüttel. Der Betrag müsse so empfindlich sein, dass die Folgen des Verstoßes für das Unternehmen spürbar seien, entschied das Gericht. Es berücksichtigte dabei, dass es sich bei der Firma "um einen Global-Player des Marktes für Gewichtsreduzierungsmittel handelt, die Werbung zur teuersten Sendezeit schalten kann".

Für den Fall, dass das Geld nicht aufgetrieben werden kann, drohen der Verbraucherzentrale zufolge bis zu 50 Tage Ordnungshaft. Die Entscheidung des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig.