Verbraucherpreise in der Eurozone steigen in Corona-Krise kaum noch

Inflationsrate nur noch bei 0,1 Prozent

Wegen deutlich rückläufiger Energiekosten infolge der Corona-Krise sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im April kaum noch gestiegen. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte, lag die Inflationsrate in der Währungsunion aus 19 Staaten bei nur 0,4 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit September 2016. Im März dieses Jahres waren es noch 0,7 Prozent gewesen.

Durch die Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Krise sind weite Teile der Wirtschaft in der Währungsunion zum Erliegen gekommen. Viele Geschäfte bis auf den Lebensmittelhandel mussten schließen.

Zwar verteuerten sich nun Lebensmittel, Alkohol und Tabak mit 3,6 Prozent sogar mehr als im Vormonat (2,4 Prozent). Und auch Dienstleistungen (1,2 Prozent) sowie Industriegüter (0,3 Prozent) kosteten mehr. Die Energiepreise gingen im April aber Eurostat zufolge um 9,6 Prozent zurück. Dies war deutlich mehr als im März, dem ersten Monat der massiven Corona-Einschränkungen, als ein Minus von 4,5 Prozent verzeichnet wurde.

Die Europäische Zentralbank strebt für den Euroraum eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an. Die Bank hatte schon vor der Corona-Krise versucht, mit einer ultralockeren Geldpolitik ein zu starkes Absinken der Preissteigerung zu verhindern und die Konjunktur anzukurbeln.