Verbraucherministerium will stärker über Preisunterschiede aufklären

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Das Verbraucherschutzministerium rät Konsumenten, stärker auf geschlechterspezifische Preisunterschiede zu achten. "Fragen Sie nach, seien Sie kritisch und tragen Sie damit zu einem Bewusstseinswandel beim Thema Geschlechterdiskriminierung bei", empfahl Staatssekretär Gerd Billen am Mittwoch. Er reagierte damit auf eine Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Das Ministerium werde sich auch dafür einsetzen, "Informationsdefizite sowohl bei Verbraucherinnen und Verbrauchern als auch bei Anbietern zu beseitigen." Den Vorschlag der Antidiskriminierungsstelle zur Überwachung der Preise wolle man prüfen.

Billen erinnerte auch daran, dass es beim Großteil der Produkte keine höheren Preise für Männer oder Frauen zu beobachten sind. "Gut ist: geschlechtsspezifische Preisdifferenzierungen sind kein Massenphänomen in Deutschland. Vergleichsweise wenige Produkte weisen Preisunterschiede auf." Bei den allermeisten geprüften Waren konnte die Antidiskriminierungsstelle keine Preisunterschiede feststellen. Bei Dienstleistungen, die gezielt für Männer und Frauen angeboten werden, zahlten Kundinnen bei etwa 30 Prozent der Angebote mehr.