Verbraucher sind weiter in Hochstimmung

GfK-Konsumklima sinkt leicht

Die Verbraucher in Deutschland bleiben auch zu Beginn des Sommers in Hochstimmung. Die Bundesbürger sehen die Konjunktur "in exzellenter Verfassung", ihre Einkommenserwartung stieg im Juni auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung, wie die Marktforscher der GfK am Donnerstag mitteilten. Das von ihnen gemessene Konsumklima kletterte von Mai bis Juni auf 10,4 Punkte. Für Juli sagen die Forscher einen weiteren Anstieg auf 10,6 Punkte voraus.

Die Konjunkturaussichten der Deutschen stiegen im Juni zum vierten Mal in Folge auf ein Drei-Jahres-Hoch, wie die GfK ermittelte. Zuletzt wurde im Juli 2014 ein besserer Wert gemessen. Die Verbraucher gehen der GfK zufolge davon aus, dass der "Aufschwung in Deutschland trotz weltwirtschaftlicher Risiken an Dynamik gewinnt".

Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche Handelsbeschränkungen durch die US-Regierung können dieses Bild demnach ebenso wenig trüben wie die Brexit-Verhandlungen. Positiv wirken sich demnach der schwache Euro, niedrige Ölpreise sowie die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) aus. Verwiesen wird auch auf Prognosen des Münchner ifo-Instituts, wonach neben der starken Binnenkonjunktur auch eine weltwirtschaftliche Belebung zu erwarten sei. Davon würde Deutschland als Exportnation besonders profitieren, hieß es.

Positiv entwickelt sich der Studie zufolge auch die Einkommenserwartung. Noch nie seit dem Beginn der Erhebung in Gesamtdeutschland 1991 sei hier ein besserer Wert gemessen worden. Grund dafür sei vor allem die "exzellente Verfassung des Arbeitsmarktes", erklärten die Marktforscher. Die Arbeitslosigkeit sei so niedrig wie seit 26 Jahren nicht mehr. Die Anzahl der Erwerbstätigen solle in diesem Jahr um mehr als eine halbe Million steigen.

Auch die Neigung zu größeren Anschaffungen stieg im Juni leicht - die Bürger zeigten sich der GfK zufolge "in bester Konsumlaune". Ein "überaus stabiler Arbeitsmarkt mit glänzenden Beschäftigungsaussichten" sei der wesentliche Grund für diese Entwicklung, erklärten die Marktforscher. Die Verbraucher fürchten den Verlust des eigenen Jobs demnach kaum. Sie seien deshalb "zu größeren Anschaffungen mit höherem finanziellen Risiko bereit" - auch weil Sparen derzeit wegen der niedrigen Zinsen "keine attraktive Alternative zum Konsum" darstelle, so die Forscher.

Gleichwohl wird in der GfK-Studie auch auf Risiken hingewiesen, die künftig die Stimmung wieder trüben könnten. An erster Stelle stehen die Befürchtungen wegen möglicher US-Handelsbeschränkungen, die Deutschland als Exportnation hart treffen dürften. Damit einhergehende oder zumindest befürchtete Jobverluste würden sich dann auch negativ auf das Konsumklima in Deutschland auswirken.

Die Konsumklimastudie des Marktforschungsunternehmens GfK wird seit 1980 erhoben. Sie basiert auf monatlich rund 2000 Interviews mit Verbrauchern.