Verbraucher fahren auf Flixbus ab

Flixbus ist inzwischen in ganz Europa mit Fernbus-Verbindungen unterwegs. Deutsche Verbraucher sind mit der Marke zufrieden. Wachstumspotenziale sieht das Unternehmen vor allem im Ausland – inklusive Übersee.

Wer hätte gedacht, dass die Deutschen einmal zu solchen Fernbus-Fans werden? Die Flixbus-Gründer Jochen Engert, Daniel Krauss und André Schwämmlein haben in der Liberalisierung des Fernverkehrs eine große Chance gesehen. Und behielten Recht: Seit Betriebsstart 2013 hat ihr Unternehmen mehr als 100 Millionen Fahrgäste transportiert, davon 40 Millionen allein im vergangenen Jahr.

Der auf Verbrauchermeinungen basierende YouGov-Markenmonitor BrandIndex bestätigt diesen Erfolg und gibt grünes Licht für die weitere Expansion von Flixbus.

Ein Versprechen hat Flixbus nach Ansicht der von uns täglich repräsentativ befragten Verbraucher auf jeden Fall eingelöst: zuverlässigen Fernverkehr zu günstigen Preisen anzubieten. Der Wert für die Wahrnehmung des Preis-Leistungs-Verhältnisses von Flixbus liegt bei +25 Punkten – auf unserer von -100 bis +100 reichenden Skala, auf der wir Positiv- und Negativnennungen von Kennern der Marke gegeneinander auftragen.


Von mehr als 30 Mobilitätsdienstleistern, zu denen wir Daten erheben, kommt keiner auch nur in die Nähe des ausgewiesenen Preis-Leistungs-Verhältnisses von Flixbus. Diese hervorragende Platzierung verdankt Flixbus nicht nur konkurrenzfähigen Preisen, sondern auch einem gutem Service: Zum kostenlosen WLAN an Bord soll demnächst etwa eine Auswahl an Filmen hinzukommen. Obwohl das Unternehmen auf dem heimischen Fernbus-Markt nach starken Marktkonsolidierungen inzwischen nahezu konkurrenzlos ist, scheint das Angebot aus Verbrauchersicht zu stimmen.

Geringe Weiterempfehlungsbereitschaft

Dennoch muss Flixbus offenbar bestimmte Dinge noch besser machen. Fragen wir, ob Kunden eher zufrieden oder eher unzufrieden mit Flixbus sind, antworten zwar die meisten, die eine Meinung dazu haben: zufrieden. Das spiegelt sich in +40 Punkten bei der Zufriedenheit wider – mehr als beispielsweise Easyjet mit +23 oder Ryanair mit +10.

Doch Verbraucher sind zurückhaltend damit, die Marke weiterzuempfehlen. Mit +11 Punkten hinsichtlich der Weiterempfehlungsbereitschaft unter Markenkennern ist Flixbus zwar weiterhin besser unterwegs als Ryanair oder Easyjet, aber der Fernbus-Anbieter kann sich deswegen nur eingeschränkt auf Mund-zu-Mund-Propaganda verlassen, um mehr Kunden zu gewinnen. Das ist insofern überraschend als Verbraucher, die Flixbus kennen, viel über die Marke sprechen. 18 Prozent der Markenkenner haben sich in letzter Zeit mit Freunden oder Bekannten online oder offline über Flixbus unterhalten. Nur die Bahn erreicht einen höheren Wert. Dieses hohe Gesprächspotenzial könnte Flixbus nutzen, indem es Weiterempfehlungen mit Anreizen versieht und somit steigert.

Andererseits dürfte die Expansion ins Ausland, die Flixbus immer weiter vorantreibt, weiteres Wachstum versprechen. Denn erreicht hat die Marke schon fast alle Deutschen ab 18 Jahren: 79 Prozent ist sie zumindest dem Namen nach bekannt. Und zehn Prozent haben Flixbus schon mindestens einmal ausprobiert. Diese Werte weiterhin nennenswert zu steigern, dürfte gemäß des Paretoprinzips mit überproportional hohem Aufwand verbunden sein. In Frankreich hingegen, wo Flixbus auch fährt, ist das Steigerungspotenzial der Bekanntheit sowie der potenziellen Nutzerschaft noch deutlich größer.

Wachstum in den USA?

Als nächstes will Flixbus in die USA expandieren und es dort mit dem Fernbus-Riesen Greyhound aufnehmen. Der Markt ist gigantisch: 18 Prozent der Amerikaner geben im US-BrandIndex an, schon einmal mit einem Greyhound-Bus unterwegs gewesen zu sein. Gleichzeitig zeigt sich insbesondere über die vergangenen sechs Monate hinweg ein Trend deutlich abnehmender Zufriedenheit mit der Marke unter denjenigen, die Greyhound kennen. Das könnte Flixbus eine Lücke eröffnen, obwohl auch viele andere Anbieter, allen voran Megabus, in den USA versuchen, Greyhound dieser Tage Konkurrenz zu machen.