Verbandspräsidentin im ARD-Moma: Autoindustrie bei Klimaneutralität "auf dem Weg"

·Lesedauer: 2 Min.
Beim Bau von Ladesäulen für Elektroautos sieht Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes des Automobilindustrie, Nachholbedarf. (Bild: Rolf Schulten/Bloomberg via Getty Images)
Beim Bau von Ladesäulen für Elektroautos sieht Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes des Automobilindustrie, Nachholbedarf. (Bild: Rolf Schulten/Bloomberg via Getty Images)

Der Weg zur Klimaneutralität und die Verkehrswende sind seit Jahren auf der politischen Agenda - erst recht im Wahljahr 2021. Nun äußerte sich die Präsidentin des Verbandes des Automobilindustrie im ARD-Moma zu der Debatte und warf einen Blick in die Zukunft.

2021 ist im politischen Berlin ein Jahr der ganz großen Entscheidungen: Welche Parteien werden sich bei der Bundestagswahl im September durchsetzen? Und vor allem: Wer folgt der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel nach? Ein wichtiger Themenkomplex im Wahlkampf ist zweifelsohne Nachhaltigkeit und der angestrebte Weg zur Klimaneutralität. Ihren Teil dazu beitragen muss und will auch die Autoindustrie, wie Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes des Automobilindustrie, am Mittwoch im "ARD-Morgenmagazin" unterstrich.

"Wir wollen klimaneutral werden", unterstrich sie das angestrebte Ziel im Jahr 2050 und schob in Bezug auf Autos ohne Verbrennermotor nach: "Wir sind zuversichtlich, dass wir diese Fahrzeuge bauen können." Schon jetzt würden Elektroautos 20 Prozent der Neuzulassungen ausmachen, betonte Müller im Interview mit Michael Strempel. Insgesamt stellte sie bis 2025 Investitionen von 150 Milliarden Euro in neue Modelle und die Digitalisierung in Aussicht.

Problem Ladesäulen

Nachholbedarf räumte die Verbandspräsidentin jedoch bei den verfügbaren Ladestationen ein: "Die Schere zwischen neuen Autos im Elektrobereich und vorhandenen Ladesäulen geht immer weiter auseinander." Das Ziel von einer Million Ladepunkte liege derzeit in weiter Ferne. Statt den nötigen 2.000 Ladesäulen pro Woche würden derzeit nur 250 gefertigt.

Der Frage Strempels, wer in der Verantwortung für die Finanzierung dieses Infrastrukturpakets sei, entgegnete Müller: "Die Autoindustrie hat sich verpflichtet, Ladepunkte aufzubauen." Wegen des hohen Kostenaufwandes - es seien auch ein Stromanschluss nötig, und kompatible Systeme für alle Autohersteller seien anzustreben - nahm Müller dabei aber auch den Staat in die Verantwortung.

Auch beim politisch kontrovers diskutierten Thema Tempolimit bezog Hildegard Müller Stellung - und sprach sie gegen ein generelles Tempolimit von 130 aus. Schon jetzt seien 80 Prozent der Strecken reguliert, argumentierte sie. Die Präsidentin des Verbandes des Automobilindustrie warb stattdessen für ein "intelligentes System von Steuerung" unter Rückgriff auf digitale Instrumente. "Auf einer dreispurigen Autobahn nachts um drei brauchen wir kein starres Tempolimit", zeigte sich Müller überzeugt.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.