Verband: Ausstieg aus russischen Ölimporten 'große Herausforderung'

BERLIN (dpa-AFX) - Die Mineralölwirtschaft in Deutschland unterstützt den von der EU geplanten Ausstieg aus russischen Ölimporten, sieht ihn aber auch als "große Herausforderung". "Zusammen mit den Mineralölgesellschaften und dem Bundeswirtschaftsministerium prüfen wir intensiv den schnellstmöglichen Ersatz russischen Öls durch andere Importe", teilte der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in Berlin mit. Es sei klar, dass die Versorgung der ostdeutschen Regionen mit Produkten aus den Raffinerien Schwedt und Leuna perspektivisch neu ausgerichtet werden müsse.

Für den Raffineriestandort Leuna zeichne sich ein Weiterbetrieb über eine Pipeline vom Seehafen Danzig ab, allerdings nicht in bisherigem Umfang. Bei Schwedt bestehe die Möglichkeit, einen Teil der bisherigen Rohölmenge über eine Pipeline vom Seehafen Rostock zu liefern. "Ob das für einen dauerhaften Betrieb ausreicht, wird derzeit geprüft", sagte ein Verbandssprecher.

Infolge einer Umstellung auf Teillastbetrieb würden in den Lieferregionen Mineralölprodukte fehlen, die durch Transporte innerhalb Deutschlands und Importe aus dem Ausland ersetzt werden müssten. Für eine Überbrückungszeit von mehreren Monaten stünden Rohöl und Produkte über den Erdölbevorratungsverband EBV bereit.

Der Verband geht aber davon aus, dass die Tankstellenversorgung bundesweit inklusive Ostdeutschland aufrechterhalten werden kann. "Allerdings wird das die Möglichkeiten der Logistik auf dem Binnenschiff, der Schiene und der Straße erheblich beanspruchen."

Der Verband rechnet mit steigenden Kraftstoffpreisen für Autofahrer. "Es ist eher unwahrscheinlich, dass derartige umfassende Änderungen in Raffinerien und in der Logistik keine Auswirkungen auf die Preise an den Tankstellen haben", sagte der Sprecher. Dies hänge allerdings von einer Vielzahl von Faktoren ab.

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