Verbale Scharmützel zwischen Iran und Israel auf der Sicherheitskonferenz

Ernste Lagen im Nahen Osten, in der Ukraine, Knatsch zwischen USA und Europa – von der Drohung mit Vergeltungsschlägen bis zum angekündigten Angriff war alles dabei auf der Münchener Sicherheitskonferenz (16.02 – 18. 02.2018). Immerhin sprachen die – möglichen – Kontrahenden miteinander. Aber auch die Sprache hatte es oft in sich.

ISRAEL

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte ein Teil einer – angeblich iranischen – Drohne mitgebracht, um sie dem – vermuteten – Absender zurückzugeben.

Er fand Parallelen zwischen dem Atomabkommen mit dem Iran (2015) und dem Münchener Abkommen (1938) das nicht geeignet war, die deutschen Nazis friedlich zu stimmen – im Gegenteil. Der Deal habe nur „einen gefährlichen iranischen Tiger“ von der Kette gelassen.

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israels:

“Israel wird dem iranischen Regime nicht erlauben, eine Schlinge des Terrors um unseren Hals zu legen. Zu unserer Verteidigung werden wir ohne Zögern handeln. Und nicht nur gegen die Stellvertreter, die uns angreifen, sondern auch gegen den Iran.“

IRAN

Sein Land werde bis zum "letzten Atemzug" die Bedingungen des Atomabkommens mit den Weltmächten einhalten, so Irans Präsident Hassan Rouhani vor wenigen Tagen während seines Besuchs in Indien. Er warnte, dass die USA "bereuen" würden, wenn der Pakt gebrochen würde.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gab Netanjahu in München in gleicher Münze heraus.

"Ich kann Ihnen versichern, dass der Iran reagieren wird, ernsthaft antworten wird, wenn seine Interessen nicht gesichert sind, und ich glaube, dass es eine Antwort sein wird, die die Leute bedauern werden – wegen der Irrtümer, die sie begangen haben. Wir werden nicht die ersten sein, die gegen einen Vertrag verstoßen, den wir versuchten haben zu erreichen, trotz Netanjahus Interventionen.

Wir haben den Vertrag trotzdem erreicht, wir setzen ihn trotzdem um, und die Welt wird diese Vereinbarung trotz seiner wahnhaften Versuche aufrechterhalten."

"Aktuell ist es so, dass wir ganz nah vor einem eskalierenden Konflikt stehen, sagte er » Israel

falle täglich in den syrischen Luftraum ein. In der Region dürfe es

keinen Alleinherrscher mehr geben: «Die Zeit der Hegemonie ist vorbei

- regional wie global.» USA und Israel seien verantwortlich für die Probleme im Nahen Osten, dies dürfe nicht dem Iran in die Schuhe geschoben werden. ATOMABKOMMEN

Im Atomabkommen von 2015 hatte sich Iran verpflichtet, für mindestens ein Jahrzehnt wesentliche Teile seines Atomprogramms drastisch zu beschränken, um keine Atomwaffe bauen zu können. Im Gegenzug wurden die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben. Twitter-Kommentar:

Sigrid Ulrich mit dpa