Verbände: Hürden für Wasserstoff-Industrie rasch abbauen

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutschen Maschinenbauer und kommunale Unternehmen fordern zur Stärkung klimafreundlicher Wasserstoff-Technologien einen raschen Ökostrom-Ausbau sowie wettbewerbsfähige Bedingungen. Der Heimatmarkt müsse schnell entwickelt und die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden, damit die Technologieführerschaft in Exporterfolge münden könne, erklärten der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband am Sonntag.

Wasserstoff sei zur Erreichung der Klimaneutralität ein zentraler Schlüssel, und die deutsche Industrie wolle hier eine globale Vorreiterrolle einnehmen. Die Technologien zur Herstellung von klimaneutralem Wasserstoff seien heute schon verfügbar. Die Politik müsse aber regulatorische Hürden abbauen, die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen internationalen Wasserstoffmarkt setzen sowie den Ausbau der Erneuerbaren Energien forcieren.

Die Bundesregierung ringt seit Monaten um eine Wasserstoffstrategie. Um den Klimawandel einzudämmen, soll auch auf sogenannte Power-to-X-Technologien (P2X) gesetzt werden - also die Umwandlung von "grünem Strom" in andere Energieträger wie Wasserstoff. Aus überschüssigem Wind- oder Solarstrom entsteht mittels Elektrolyse Wasserstoff, der als flexibler Energieträger unter anderem als Treibstoff für Autos oder in der Industrie eingesetzt werden kann.

Das im Entwurf der Wasserstoffstrategie dargelegte Ziel von drei bis fünf Gigawatt Elektrolyseleistung sei schon bis zur Mitte dieses Jahrzehnts erreichbar, hieß es beim VDMA. "Wer aber auf der einen Seite "grünen Wasserstoff" möchte, darf andererseits den Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht abbremsen." Der VKU betonte, Wasserstoff könne kurzfristig vor allem auf regionaler Ebene einen Beitrag zur Energiewende leisten. Eine wichtige Rolle spiele zunächst der gezielte Einsatz von Wasserstoff im Verkehrs- und Industriesektor. Entscheidend sei jedoch, dass die geplante Wasserstoffstrategie langfristig auch andere Sektoren einschließe.