Verantwortungslos: Tourist nähert sich Grizzly für Foto auf wenige Meter

Ray Blanchard

Ein Grizzly in freier Wildbahn — was für ein Motiv! Das dachte sich auch ein Tourist im kanadischen Banff. Für das perfekte Foto wagte sich der Hobbyfotograf bis auf wenige Meter an den Bären heran und setzte dabei leichtsinnig sein Leben aufs Spiel.

Ray Blanchard ist oft im Banff-Nationalpark unterwegs. Mit seiner Kamera zieht er durch die dichten Wälder und bannt Natur und Tiere auf Bild. Was Blanchard allerdings unlängst miterlebte, verschlägt ihm fast die Sprache.

Während er sein Stativ in sicherer Entfernung aufgestellt hatte, versammelte sich eine Gruppe von 20 bis 30 Touristen wenige Meter von einem Grizzly, um Fotos zu machen. Einer von ihnen ging geradewegs auf den Bären zu. "Ich würde sagen, das Tier war etwa 150 Kilo schwer — ein ziemlich großer Bär", zitiert "CBC News" Blanchard.

Dieser hielt das leichtsinnige Spektakel auf Video fest, um der Welt die Gefahren eines solchen Verhaltens für Mensch und Tier aufzuzeigen. Touristen würden "ständig" querfeldein durch die Wildnis ziehen, doch dieser Fall sei seiner Ansicht nach besonders leichtsinnig gewesen. "Grizzlys sind absolut unberechenbar", so Blanchard.

Die Betreiber der kanadischen Nationalparks empfehlen bei Bären, Wölfen und Pumas einen Abstand von 100 Metern zu wahren. Darüber hinaus ist es bei einer Strafe von bis zu 25.000 Dollar verboten, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu stören.

"Sie haben ihre Autos in der Nähe geparkt und sind dann zurückgegangen, um Bilder von dem Bären zu machen", erzählt Ray Blanchard. "Unglaublich! Ich möchte nicht, dass ein so wunderschönes Tier wie dieses ausgerottet wird, nur weil einige Menschen einfach dumm sind."

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