Weitere Veranstalter sagen Branchentreffen wegen Coronavirus ab

Passagiere am Flughafen Berlin-Tegel

Um die Ausbreitung des Coronavirus nicht zu verstärken, sind in Deutschland weitere Branchentreffen vorerst abgesagt worden. Die für das Wochenende geplante Messe IWA Outdoor Classics wurde auf September verschoben, wie die Messe Nürnberg am Montag mitteilte. Nach Angaben der Veranstalter kommen normalerweise etwa 30.000 der 45.000 Fachbesucher der internationalen Leitmesse für Jagd, Schießsport und Personenschutz aus dem Ausland.

Auch die Glasfasermesse Fiberdays, die am Donnerstag in Wiesbaden beginnen sollte, wurde verschoben. Der Branchenverband Breko peilt nun nach eigenen Angaben Mitte Oktober als Ausweichtermin an. Im vergangenen Jahr kamen etwa 3000 Fachbesucher und 160 Aussteller.

Die Pharma-Konferenz Vision.A mit rund 500 Gästen wurde nach Angaben der Veranstalter von Mitte März auf Juni verschoben. Zuvor war bereits der für den 11. März geplante Cyber Security Tech Summit Europe, eine Veranstaltung für digitale Sicherheit in Bonn, abgesagt worden. Die bereits registrierten 2000 Gäste müssen laut dem Veranstalterverein Cyber Security Cluster auf einen neuen Termin in der zweiten Jahreshälfte hoffen.

Im Bemühen um eine Eindämmung der Coronavirus-Epidemie fallen mehr und mehr Großveranstaltungen aus, nicht nur in Deutschland. Hierzulande wurden bereits die Tourismusmesse ITB, die Sterneverleihung des Guide Michelin in Hamburg und das Cybersicherheitstreffen Command Control in München abgesagt. Die Entscheidung obliegt bislang den Veranstaltern selbst - ihnen bereiten neben den eigenen Sicherheitsbemühungen aber auch die Absagen teilnehmender Unternehmen und Gäste Sorgen.

"Insbesondere die Absagen von großen internationalen Messen in Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Berlin führen zu fatalen Kettenreaktionen", warnte am Montag der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und beklagte "erhebliche Stornierungen" bei Hotels an Messestandorten. Nach ersten Rückmeldungen von Hoteliers und Eventgastronomen liege der Schaden "im hohen sechs- bis siebenstelligen Bereich", erklärte der Verband und forderte finanzielle Unterstützung von der Bundesregierung.