Nach Veröffentlichung des Garcia-Reports: Grindel fordert neue Verhaltensrichtlinien

SID
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DFB-Präsident Reinhard Grindel (55) fordert nach der Veröffentlichung des Garcia-Reports neue Verhaltensrichtlinien im Fußball-Weltverband FIFA. "Erstens brauchen wir noch eindeutigere Regelungen in den Verhaltensrichtlinien, damit die Bewerber für eine WM und vor allem alle FIFA-Mitglieder, die in Zukunft über die WM-Vergabe entscheiden, verbindlich wissen, was im Rahmen des Bewerbungsverfahrens erlaubt ist und was nicht", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einer Stellungnahme.
Grindel ist Mitglied im FIFA-Council und will eine weitere Konsequenz beim nächsten Treffen in Kalkutta ansprechen: "Zweitens muss das Votum der Technischen Kommission, die die WM-Bewerbungen evaluiert, eine viel größere Bedeutung bei der Vergabeentscheidung bekommen." Es müsse in Zukunft gewährleistet sein, "dass nur ein aufgrund objektiver, nachvollziehbarer Kriterien geeignetes Land die WM austrägt", so der gebürtige Hamburger. 
Entsetzt ist Grindel über die Einflussnahme des Franz-Beckenbauer-Intimus und Strippenziehers Fedor Radmann: "Es ist schon sehr bedrückend, was vor allem über die Rolle des früheren WM-OK-Mitglieds Fedor Radmann im Garcia-Report zu lesen ist." Dieser war einst WM-OK-Mitglied. Grindel: "Ich will nicht verschweigen, dass wir Deutsche wenig Grund haben, mit erhobenem Zeigefinger durch die Fußballwelt zu marschieren."
Die Zusammensetzung der Technischen Kommission müsse durch das Council "nach klaren Regeln vorgenommen und darf nicht in Hinterzimmern in Zürich entschieden werden", forderte der DFB-Boss. Er würde es auch begrüßen, wenn die neue Ethik-Kommission dem Council unverzüglich mitteilt, "welche Verfahren als Konsequenz aus dem Report noch anhängig sind oder ob neue in Gang gesetzt werden sollen".