Venezuelas Regierung und Opposition verhandeln in Dominikanischer Republik

Verhandlungen von Venezuelas Regierung und Opposition

Delegationen von Venezuelas Regierung und Opposition haben sich in der Dominikanischen Republik getroffen, um einen Ausweg aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise zu finden. Unterhändler von Präsident Nicolás Maduro und des Oppositionsbündnisses Tisch der demokratischen Einheit (MUD) kamen am Freitag zu Verhandlungen im Außenministerium in der Hauptstadt Santo Domingo zusammen. Vorher hatten sie sich jeweils einzeln mit internationalen Vermittlern getroffen.

Der Verhandlungsführer der Opposition, Julio Borges, kündigte vor dem Treffen an, für die "grundlegenden Rechte der Venezolaner" zu kämpfen: "Das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Ernährung, das Recht zu Wählen und das Recht auf Demokratie." Die Delegationsleiter der Regierung, Jorge Rodríguez, sagte, das Regierungslager werde sich "anhören, was die Opposition zu sagen hat". Es gehe der Regierung aber vor allem darum, ein sofortiges Ende der "wirtschaftlichen Angriffe auf Venezuela" zu erreichen.

Die Gespräche sollten am Samstag fortgesetzt werden. Als Vermittler stehen der Opposition Mexiko und Chile zur Seite. Die venezolanische Regierung wird von Bolivien, Nicaragua und dem Karibikstaat St. Vincent und die Grenadinen unterstützt.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Maduro für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten gegen die Regierung wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet. Teile der Opposition lehnen die Verhandlungen mit der Regierung ab.