Venezuelas Präsident setzt General an die Spitze des staatlichen Ölkonzerns

Logo des venezolanischen Ölkonzerns PDVSA

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat einen General an die Spitze des hochverschuldeten staatlichen Ölkonzerns PDVSA gesetzt. Maduro kündigte am Sonntag in seiner wöchentlichen Sendung im Staatsfernsehen an, der General der Nationalgarde und bisherige Wohnungsbauminister Manuel Quevedo werde neuer Präsident des Konzerns und zugleich Ölminister. Maduro kündigte eine "vollständige Umstrukturierung" des Staatskonzerns und eine Steigerung der Ölproduktion an.

Quevedo tritt als Konzernchef an die Stelle von Nelson Martínez und löst als Ölminister Eulogio Del Pino ab. Seine Ernennung erfolgt inmitten einer Reihe von Korruptionsskandalen im venezolanischen Ölsektor. Mehrere Verantwortliche der PDVSA, darunter der Chef der Konzernfiliale Citgo in den USA, waren am Dienstag festgenommen worden. Ihnen wird Korruption, Verschwörung und Geldwäsche vorgeworfen.

Zum neuen Handelsminister ernannte Maduro den Hauptmann José Vielma Mora. Damit und mit der Ernennung Quevedos vergrößerte der Staatschef den Anteil der Militärvertreter in seiner Regierung. Mehr als ein Drittel des Kabinetts besteht aus ehemaligen oder aktiven Offizieren.

Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der Staat kann den Forderungen seiner Gläubiger nicht fristgerecht nachkommen. Maduro strebt eine Neuverhandlung der Auslandsschulden an. Diese belaufen sich Schätzungen zufolge auf 150 Milliarden Dollar (127 Milliarden Euro) - 30 Prozent davon entfallen auf PDVSA. Der Ölkonzern erwirtschaftet 95 Prozent der venezolanischen Exporteinnahmen.

Die verheerende wirtschaftliche Lage hat in Venezuela zu schweren Versorgungsengpässen geführt. Die Opposition macht den Staatschef für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten gegen die Regierung wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet.