Venezuelas abgesetzte Generalstaatsanwältin nach Kolumbien geflohen

Venezuelas frühere Generalstaatsanwältin Luisa Ortega

Zwei Wochen nach ihrer Absetzung durch das Regierunglager ist Venezuelas frühere Generalstaatsanwältin Luisa Ortega nach Kolumbien geflüchtet. Ortega und ihr Mann, der Abgeordnete Germán Ferrer, seien nach einem Zwischenstopp auf der vor Venezuela gelegenen niederländischen Insel Aruba in Kolumbien eingetroffen, teilte die dortige Einwanderungsbehörde am Freitag (Ortszeit) mit.

Die neue verfassunggebende Versammlung in Venezuela hatte Ortega Anfang August entlassen. Das von der Staatsführung neu eingerichtete Gremium bestimmte Ombudsmann Tarek William Saab zu ihrem Interimsnachfolger. Gegen Ortegas Mann hatte Venezuelas Oberster Gerichtshof einen Haftbefehl ausgestellt.

Ortega, einst eine entschiedene Unterstützerin von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro, war unter den Amtsträgern in Venezuela die wichtigste Gegenspielerin des sozialistischen Präsidenten, dem sie Verfassungsbruch vorwirft. Sie hatte vergeblich versucht, mit mehreren Beschwerden die verfassunggebende Versammlung zu verhindern.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Präsidenten Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Die auf Geheiß von Maduro gewählte verfassunggebende Versammlung soll die Verfassung novellieren. Die Opposition, die die Wahl Ende Juli boykottiert hatte, erkennt die Versammlung nicht an. Mehrere Staaten der Region verweigerten ihr ebenfalls die Anerkennung.