Venezuela weist "Bedrohung" durch "rassistischen" Trump zurück

Venezula hat den USA eine "Bedrohung" seiner Souveränität vorgeworfen und US-Präsident Donald Trump als "rassistisch" gebrandmarkt. Trump bezeichnete die Zustände unter der "sozialistischen Diktatur" in Venezula als "inakzeptabel"

Venezula hat den USA eine "Bedrohung" seiner Souveränität vorgeworfen und US-Präsident Donald Trump als "rassistisch" gebrandmarkt. Nach einem Treffen Trumps mit mehreren südamerikanischen Präsidenten, bei dem über den weiteren Umgang mit Venezuela beraten worden war, erklärte die venezolanische Regierung am Dienstag bei der UN-Vollversammlung, sie verurteile "vor den Völkern der Welt die neuen Drohungen gegen die die Souveränität, den Frieden und die Stabilität unseres Landes".

Trump bezeichnete die Zustände unter der "sozialistischen Diktatur" in Venezula als "inakzeptabel". Die USA könnten angesichts dessen nicht untätig bleiben, sagte Trump in einer Rede bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. "Wir müssen ein Ziel haben: die Wiedergewinnung der Freiheit, das Land wieder in die Spur bringen und die Demokratie zurückgewinnen."

"Wir akzeptieren weder Drohungen von Präsident Trump noch von irgendjemandem in der Welt", sagte der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza vor Journalisten in New York. Trump vertrete eine "rassistische Theorie" und stehe für eine "Rückkehr zum Kalten Krieg".

Trump hatte sich am Montag in New York mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos, dem brasilianischen Präsidenten Michel Temer, dem panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela und der argentinischen Vize-Präsidentin Gabriela Michetti getroffen. Die venezolanische Regierung erklärte, bei dem Treffen habe Trump seine Gesprächspartner aufgefordert, die "Kampagne der Aggressionen gegen Venezuela zu verstärken". Nach Angaben des panamaischen Präsidenten wurde bei dem Treffen vereinbart, im kommenden Jahr die Abhaltung "demokratischer" Präsidentschaftswahlen in Venezuela sicherzustellen.

Die US-Regierung hatte nach der Wahl der verfassunggebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Staatschef Nicolás Maduro verhängt und sein Vermögen in den USA eingefroren.

Washington begründet die Strafmaßnahmen unter anderem damit, dass sich die auf Geheiß von Maduro gewählte verfassunggebende Versammlung über das von der Opposition dominierte Parlament gestellt hat. Das Weiße Haus kritisierte das neue Gremium als "rechtswidrig". Die US-Regierung kritisiert auch Maduros hartes Vorgehen gegen Oppositionelle.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet.